Neue Platten

Buritaca - Barawanié

Genre: World Crossover
Label: Kasbamusic (Galileo MC)
CD, VÖ: - 02.12.2011

Das was lange Zeit aus den Klubs und Musikbars Barcelonas als sogenannte „Mestizo“-Musik in die Weltmusik-Szene entlassen wurde, soll es stilistisch also nicht mehr geben. Mestizo ist out, so wird es allenthalben verkündet. Und auch Buritaca haben sich, laut Presseinfo, vom traditionellen Schema des Mestizo verabschiedet. Das so entstandene Kategorisierungs-Vakuum wird nun von der bunt gemischten Truppe aus der katalanischen Metropole dadurch wieder aufgefüllt, dass man ganz einfach die verschiedenen Migrationshintergründe der Bandmitglieder als stilbildende und trendsettende Mixtur ausgegeben hat. Und da gilt es einiges auszuloten, denn nicht nur im Schmelztiegel Barcelona existieren die unterschiedlichsten Ethnien wie in einer Arche Noah. Auch Buritaca haben da einiges an Nationalitäten zu bieten: aus Spanien, Syrien, Panama, Kolumbien und Marokko stammen die zehn Akteure und entsprechend wuselig geht es auf „Barawanié“ zu. Einflüsse aus dem afrikanischen, lateinamerikanischen und arabischen Raum geben sich hier die Notenschlüssel in die Hand. Vor allem die Songs mit Latin-Anstrich sind in der Überzahl und mischen den Tanzflur mit Guajira, Guaguancó, Cumbia, jamaikanischem Ska-Salsa und afro-kolumbianischem Merengue temperamentvoll auf. Aus dem Kolumbianischen scheint überdies auch der Name der Band zu stammen. Buritaca, in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens gelegen, ist neben Machu Picchu eine der größten wiederentdeckten präkolumbischen Städte Südamerikas. Das 10-teilige energiegeladene Set, das übrigens auch noch gegen Ende mit ein paar Gnawa-Elementen aufwartet, könnte buntgefächerter also nicht sein. Auch wenn die Sache mit „Mestizo“ offensichtlich ausgeleiert zu sein scheint, bleibt Barcelona somit nach wie vor ein brodelnder Kreativpool, ist immer gut für neue Spannungsfelder, egal wie die gerade genannt werden.

www.buritacaworldbeat.com