Neue Platten

LAL - LAL

Genre: ElektroPop
Label: Public Transit Rec. (Groove Attack)
CD, VÖ: - 13.01.2012

Schön, wenn es tatsächlich noch ein paar Optimisten gibt, die der Meinung sind, unsere Zukunft sei rosig und nicht düster, dass es besser ist zu geben, denn zu nehmen. Rosina Kazi, Nicholas Murray und Ian de Souza, zusammen das Musiker­kolletiv LAL aus Kanada, bewegen sich scheinbar in einem Künstlerkosmos, in dem man noch an das Gute im Menschen glaubt und bauen entsprechend dieser Annahme ihre kreative Arbeit auf. So lebt es sich dann ganz komfortabel im multikulturellen Elfenbeinturm aus Elektro, TripHop, Folk, Soul, Jazz und Weltmusik. Am besten aber lässt man mal diese ganze Philosophie beiseite und schaut was in diesem Album dann noch an Restsubstanz steckt. Künstlerisch gesehen ist LAL von LAL ein Hybridalbum, das sich aus den oben genannten Stilen speist und mit den unterschiedlichen Ethnien der Protagonisten (sie kommen aus Bangladesh, Barbados und Uganda) verfeinert wird. Erster Song: Alles wirkt auf den ersten Hörblick etwas wirr zusammengesteckt. Bass, Laptop und Stimme versuchen eine Einheit zu bilden, was aber nur bruchstückhaft gelingt. Zweiter Song: Guter Beat, frische Stimme, coole Hookline - schon besser. Dritter Song: programmierte Rhythmik, gegenläufige Vocals, wundersame Breaks, abruptes Ende. Vierter Song: Ein Versuchsballon in Sachen Akustik versus Elektronik. So geht es dann titelweise munter weiter. Irgendwie hat man den Eindruck, es wird zuviel angedacht und zu wenig ausgeführt. Die sanftmütige Stimme der Bagladeshi allein reicht nicht, um alles zu einem harmonischen Ganzen zusammenzukitten. Was fehlt ist der rote Faden und der solide Unterbau. Und die Spieldauer von knapp 29 Minuten ist auch etwas dünn.

www.lalforest.com