Neue Platten

Philippe Petit - Oneiric Rings On Grey Velvet

Genre: Noise
Label: Aagoo Records
CD, VÖ: - 13.01.2012

Musik, oder besser gesagt, Experimentalmusik für all diejenigen, die eine geräuschintensive Heraus­forderung brauchen. Denn das was der Klangbastler Philippe Petit aus Marseille hier in 8 Movements auf einer Länge von knapp 45 Minuten zusammengestellt hat, ist von musikalischer Konsumware so weit entfernt wie Helene Fischer von Black Sabbath. Als Inspiration dienten dem Franzosen Klassiker wie Holst, Sibelius oder Shostakovic. Das Album „Oneiric Rings on Grey Velvet” ist der erste Teil einer Trilogie namens „Extraordinary Tale of a Lemon Girl”. Beide Titel sind nur schwer verständlich, gleiches gilt für die Musik. Ein elektronisches Orchester wird hier von Petit aufgefahren, das sich laut eigener Aussage entfernt an herkömmlichen klassischen Traditionen orientiert. Diese werden allerdings in einem fort fragmentiert, verfremdet, verschachtelt und modifiziert. Hinzugefügt wurden diverse virtuelle Instrumente, Turntable-Sounds, Perkussion, ein elektrisches Psalterion, ein präpariertes Hackbrett und eine „Triple Caterpillar Drum Guitar”. Auf den einleitenden Movements 1 bis 3 kollidiert romantische Melancholie mit mehrfach geschichteten avangardistischen Elektrosounds, auf den restlichen 5 Movements steigert sich das Ganze bis zum furiosen Finale. Man braucht also gute Nerven, ein ordentliches Stehvermögen, eine blühende Fantasie und sehr viel Toleranz, um dieses Konglomerat aus Schredderbeats und Düstersounds durchzustehen. Übrigens: Philippe Petit hat bereits u.a. mit Künstlern wie Lydia Lunch, Barry Adamson, Scanner oder dem Kammerflimmer Kollektief zusammengearbeitet. Dies als kleiner Referenzhinweis.

www.philippepetit.info