Neue Platten

Malia - Black Orchid

Genre: PopJazz
Label: Emarcy (Universal)
CD, VÖ: - 13.01.2012

Mogeln ist ein beliebter Volkssport. Waren beim Knäckebrot früher mal 250g-Packungen die Regel, sind bei gleichem Look heute nur noch 205g drin, der Preis aber blieb gleich. Waren in einer Waschmittelpackung früher mal 1,5kg drin, findet man da heute nur noch 1,215kg, bei gleichem Preis versteht sich. Heimlich still und leise werden wir also für dumm verkauft und wehren kann man sich nur bedingt. Das schürt allgemeines Misstrauen und das überträgt sich dann schnell auf andere Sparten. Wenn nun die zum Major-Star avancierte Malia in ihren Booklet-Linernotes verkündet, ein bedingungsloser Fan von Nina Simone zu sein und es ihr eine Herzensangelegenheit sei, dem Soulstar von einst ein dickes „Thank you“ in Form von 13 Interpretationen zu widmen, dann vermutet man dahinter erst einmal ein gut getrimmte PR-Aktion, zumal man auch beim Foto-Shooting keine Kosten und Mühen gescheut hat, eine artgerechte Verbindung zwischen der Künstlerin und ihrem Idol herzustellen. Aber wer weiß, vielleicht tut man mit so viel Argwohn der Afrikanerin ja auch Unrecht. Denn wenn es rein nach dem Inhalt dieser CD geht, muss man lange suchen, bevor man etwas Gleichwertiges findet. Koppeln wir also mal den Inhalt vom Augenscheinlichen ab. Malia sings Nina Simone, also „Black Orchid“, ist ein bestechendes Album. Ein Album das am Rande der interpretatorischen Sparsamkeit und stark gedrosselten „Beats per minute“ agiert, dafür aber in ungeahnte Emotionstiefen abtaucht – eine hochwertige Chillrunde für Jazz-, Soul- und Popfreunde gleichermaßen. Waren die Songs schon in den Simone-Versionen Juwelen der U-Musik, so sind Malia Bearbeitungen absolut gleichwertig. Nicht zuletzt auch dank der Musiker, die diese stimmliche Meisterleistung bravurös begleiten. Es gibt bei den Mainstreamverwertern dann wohl doch noch die eine oder andere Qualitätsausnahme. Das Album von Malia gehört zweifelsfrei dazu.

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