Neue Platten

Barry Adamson - I Will Set You Free

Genre: Indie
Label: Central Control (Alive)
CD, VÖ: - 27.01.2012

Barry Adamson, eine fast schon legendäre Lichtgestalt des Indie-Zirkus, meldet sich wieder zu Wort. Sein letztes Solo-Album „Back to the Cat” liegt immerhin schon gute 3 Jahre zurück. Grund genug also, den Mund wieder ein wenig zu entwässern und die Sinne zu befriedigen. Erstaunlicherweise klingt die Neue für ein BA-Album streckenweise aber recht handzahm und das fängt schon gleich beim CD-Titel an, vergegenwärtigt man sich noch einmal solch verschrobene Begriffskreationen aus der Vergangenheit wie „Oedipus Schmoedipus” oder „The murky world of BA” . „I will set you free” dagegen könnte auch gut aus einer Toto- oder Mariah Carey-Diskografie stammen. Nun gut. So phrasenhaft der neue Titel auch ist, so einfallsarm hören sich auch zumindest Teile des neuen Repertoires an, denn Barry Adamson reiht hier hemmungslos altbekannte Pop-Zutaten aneinander. Mit anderen Worten: ein fester Blick hin zum Soliden fällt hier sofort ins Auge bzw. ins Ohr. Mit „Turnaround” oder „If you love her” sind ihm da Tracks gelungen, die man eher bei Künstlern des gehobenen Mainstreams verorten würde. Und auch bei den wesentlich packenderen Uptempo-Nummern sind popmusikalisch gebräuchliche Vorgehensweisen nicht völlig von der Hand zu weisen. Man kann dies natürlich auch als Anspielungen auf die Pophistorie verstehen, schließlich arbeitet sich Herr Adamson schon seit gut 30 Jahren durch das wirre Geflecht der Independent-Szene. Das wäre zumindest eine einigermaßen stichhaltige Erklärung. Fest steht jedenfalls, „I will set you free” gibt sich in Teilen recht wohlerzogen. Der Rest, sprich coole Tanzflur-Beats, jazzige Kabinettstückchen und cinematografische Anspielungen machen den Braten aber dann doch noch einigermaßen fett und beweisen, dass Barry zwar kein junger Wilder mehr ist, dafür aber ein ausgebuffter Profi, der entspannt mit den vielfältigen Spielarten des Gewerbes umzugehen weiß. An Referenzstücke wie „What it Means” oder „Jazz Devil” vom Album „As above so below” kommt jedoch keines der neuen Stücke heran. Gesamtnote daher: 2 minus.

www.barryadamson.com