Neue Platten

Scent of Soil - Scent of Soil

Genre: Jazzrock
Label: Hubro (Sunny Moon)
CD, VÖ: - 03.02.2012

Jan Garbarek hatte mal einen Traum: ihm widerfährt aus heiterem Himmel eine körperliche Verjüngungskur, er ist nun Mitglied einer knackigen norwegischen Rockband mit Frontfrau, kann aber komischerweise immer noch auf seinen über Jahrzehnte gewonnenen Erfahrungsschatz zurückgreifen. So weit, so schlecht. Denn leider blieb dieser Traum ein Traum. Dafür hat sich im wahren Leben ein anderer an Garbareks Traumposition manövriert. Er heißt Tore Brunberg und spielt das Horn ganz nach des großen Meisters Vorbild. Die Band aus Garbareks Traum existiert allerdings tatsächlich und nennt sich „Scent of Soil”. Eine Frontfrau hat dieses Ensemble ebenfalls: Kirsti Huke. Und diese Band erntete 2010 auf dem Vossa Jazz Festival in den Bergen hinter Bergen unverhoffte Erfolge. Sie präsentierte dort eine Auftragsarbeit, von der dieses Album ebenfalls einiges abbekommen hat. Scent of Soil sind eine Rockband mit Jazzwurzeln oder eine Jazzband mit Rockambitionen. Brunberg arbeitete bereits mit Größen wie Nils Petter Molvær, Arild Andersen und Jon Christensen. Kirsti Huke hat bereits zwei eigene Alben veröffentlicht, ebenfalls angesiedelt im Grenzbereich zwischen Jazz, Pop und Rock. Das Quartet wird vervollständigt von Petter Vågan (Gitarre, Lap Steel), Rune Nergaard (Bass) und Gard Nilssen (Schlagzeug). Das Album lebt vor allem von seiner unmittelbaren Nähe zum Independent-Lager und den geschickt damit verwobenen Jazzimprovisationen. Hinzu kommt die unheimlich präsente und klare Stimme von Kirstin Huke, die zwischen Louise Rhodes und Karen Anne Carpenter schwebt. Huke hat auch die meisten Texte geschrieben. „Breeze” und „Necklaces” dagegen stammen aus den Federn der Dichter Robert Frost bzw. Emily Dickinson. „Scent of Soil” liefern eine perfekte Melange aus Rohkost und Süßspeise.

www.hubromusic.com