Neue Platten

Portico Quartet - Portico Quartet

Genre: Jazz/Elektro/Ambient
Label: RealWorld Records (Indigo)
CD, VÖ: - 30.01.2012

Das gute an diesem Album: Wir brauchen uns bei dieser Rezension keinen abzubrechen und können komplett auf unseren Beitrag von 2010 verweisen, wo das Vorgängeralbum des Portico Quartets „Isla” besprochen wurde. Dem wäre für das jetzt erschienene Folgewerk eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Der britische Vierer musiziert weiterhin auf hohem Niveau und setzt konsequent das fort, was mit „Isla” so eindrucksvoll begonnen wurde. Allerdings tritt das Instrument „Hang” aus der Schweiz, das in der Vergangenheit für ein weit verbreitetes Interesse sorgte und so klingt, als würde man eine Steeldrum ganz sachte mit Filzschlegeln bearbeiten, nun ziemlich stark in den Hintergrund. Kein Wunder: der Mann am „Hang“, Nick Mulvey, hat die Band verlassen und wurde durch den Keyboarder Keir Vine ersetzt. Zumindest auf den ersten drei Songs wird der weiche Hang-Klang bestenfalls als Sound­teppich verwendet. Wesentlich experimenteller und elektronischer gestaltet sich „Rubidium”, was mit knapp 9 Minuten Spielzeit auch der längste Titel dieses Albums ist. Hier fließt alles zusammen, was die Qualität des Quartets ausmacht: Meditation, Avantgarde, Rhythmus. Der neue Sound der Porticos geht also nun deutlicher als zuvor in die Elektronik-Ecke, spielt mit der Verfremdung akustischer Instrumente und integriert erstmals auch eine Sängerin. Das zerbrechliche Stimmchen von Cornelia passt sich hervorrragend in das geänderte Gesamtkonzept ein. Der klangliche Verlust des „Hang” hält sich also in engen Grenzen, öffnete der Band aber neue Horizonte, die sie eindrucksvoll zu nutzen weiß.

www.porticoquartet.com