Neue Platten

Zita Swoon Group - Wait For Me

Genre: Indie/World
Label: Crammed Discs (Indigo)
CD, VÖ: - 17.02.2012

Eigentlich ist Stef Kamil ja im Hauptberuf Indierocker. Der Antwerpener Kopf von Zita Swoon lebt aber in belgischen Musikerkreisen immer auch in enger Nachbar­schaft zu einem breit gefächerten Weltmusiklager. Insofern war es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis er dem afrikanischen Kontinent, der Mutter aller Musik, einen Urlaubsbesuch abstattete, der sich dann aber ganz flugs in einen Arbeits­besuch verwandelt hat. In Burkina Faso traf er auf die Musiker Awa Démé (Gesang) und Mamadou Diabaté Kibié (Balafon). Zusammen entwickelte man die Idee, westafrikanische und westeuropäische Musik zu koppeln. Wahrlich kein umwerfend neuer Einfall, denn schon viele andere Kollegen hatten sich mit ähnlichen Crossover­projekten ein Denkmal setzen wollen. Als Beispiel sei hier „Tell No Lies” von Justin Adams und Juldeh Camara angeführt.
„Wait For Me” verbindet also westafrikanische Mandinka- also Griot-Musik mit den Elementen der europäisch/angel­sächsischen Rock- und Bluesmusik und ist daher ein klassisches Hybridalbum, das mit überwiegend positiven, aber auch mit einigen weniger positiven Seiten aufwarten kann. Weniger gelungen sind die Vokalparts des schwarzen Griots, denn zum einen zählt die Stimme Awa Démés nicht gerade zu der der afrikanischen Topliga und zum anderen ist der Gesang an sich auf Dauer eher anstrengend, da er stets auf die gleichen Harmoniemuster zurückgreift. Folglich ist die CD immer dort am interessantesten, wo Meister Démé nicht am Ball ist und die musikalischen Einfälle aus Kamils Ideentruhe zum Tragen kommen. Zudem kann man sich an manchen wenigen Stellen des Eindrucks nicht erwehren, dass hier die Nahtstellen zwischen den Kulturen nur mit Mühe und Not harmonisiert werden konnten. Das positive Gesamturteil kann das indes aber nicht schmälern. Allerdings braucht es schon mehrere Hördurchgänge, um den wahren Wert des Albums zu erkennen.

www.zitaswoongroup.be