Neue Platten

Red Baraat - Chaal Baby

Genre: Bhangra Funk
Label: SinJ Records (Jaro)
CD, VÖ: - 24.02.2012

Na wenn das mal keine gut funktionierende Absatzförderung ist: Die Musik von Red Baraat wird ab 1. April 2012 in der CD-Auswahl an Bord von Lufthansa-Jets zu hören sein, 2009 staksten Models zur Musik von Red Baraat auf der Mercedes-Benz Fashion Week den Laufsteg auf und ab und so honorige Blätter wie das Wall Street Journal oder National Geographic ließen es sich nicht nehmen, über Red Baraat zu berichten. Was ist also dran an der „Big Band for the World”, der ein indischer Dhol-Trommler vorsteht und hinter ihm eine abgedrehte Mischung aus Susaphon, Saxophon, Posaune, Trompete, Schlagzeug und Klapperperkussion abgespult wird. Die Beats dieser Formation aus Brooklyn erinnern schwer an indische Banghra-Musik, an Punjabi-Disco, an schwarze Funkmusik oder an amerikanische Marching-Bands, wie man sie in US-Football-Stadien erleben kann. Zur Historie: Dhol-Spieler Sunny Jain war es irgendwann leid, stets die immer gleiche Baraat-Nummer abziehen zu müssen, die von indischen Hochzeitspaaren in New York oftmals als traditionelle Musik-Komponente bei ihm geordert wurde. Statt dessen fand er es ganz ratsam, aus dieser Not heraus eine eigene Band zu gründen, die das breite Spektrum dieser indischer Festtagsmusik abdeckt und sie für einen weiter gefassten Markt zugänglich zu machen. Dass dieses Unterfangen in den USA schnell für Furore sorgte, war bei dem was dann da geboten wurde, schnell abzusehen. Dieses Kuriosum gibt es nun auf CD und „Chaal Baby” ist in der Tat ein klangtechnisches Naturereignis, an dessen Verrücktheit eigentlich nur das ebenfalls beim Jaro-Label beheimatete Orchester von Hazmat Modine herankommt. Red Baraat ist ein wuchtiges Energiebündel, eine gelungene indisch-amerikanische Alternative zum Bayern- oder Balkan Brass Hype.

www.redbaraat.com