Neue Platten

Rusconi - Revolution

Genre: Jazz/Rock Crossover
Label:Qilin Records (Eigenvertrieb/Netz)
CD, LP, Download, VÖ: - 02.03.2012

Sehr cool. Rusconi-Bassist Fabian Gisler fährt einen Volvo. Genauer gesagt einen 740 GLE Kombi. Der mit dem kantigen Design. Das passt bestens zur Musik, die der Fabian zusammen mit seinen Kollegen Stefan (Rusconi) und Claudio (Strüby) macht. Neuerdings wieder unter eigener Flagge, denn die Liaison mit Sony war dann doch wohl nicht so der wahre Jakob. Und deswegen nun auch eine kleine Revolution, die man der Öffentlichkeit jetzt präsentiert. Klanglich wohl weniger, denn Rusconi stehen schon länger für Jazz außerhalb vom Jazz und für Alternative Noise außerhalb von Alternative Noise. Ihre Sonic Youth-Interpretationen haben große Wellen geschlagen und auch das neue Opus steht dem alten in Sachen Innovation und weit vorne in nichts nach. Die Revolution findet woanders statt. Rusconi haben sich dem Diktat des Netzes gebeugt, wollen nicht mehr billige Beute von Klau­spechten sein und stellen von nun an ihr geistiges Eigentum für lau ins Netz. Lediglich der Vinyl-Sammler und der Scheffler von Silber-CDs muss Kohle berappen. Nähres dazu in dem von der Band verbreiteten Manifest. Muckemäßig haben Rusconi wieder solide Arbeit abgeliefert und veranschaulichen einmal mehr, was es heißt, sich über vorgefertigte Setzkästen der Musikwelt hinwegzusetzen. Ihre akustischen Instrumente, Flügel, Kontrabass und Drums, werden mit Hilfe einer improvisierten Zerbröselungstaktik in neue Sphären gehoben, was für Fundamentalisten weder Fisch noch Fleisch ist, für einen weltoffenen Musikfreund jedoch das Agieren auf hohem Niveau. Auf einer Wellenlänge vielleicht mit Sigur Ròs aus Island, wobei dieser Vergleich einwenig zulasten des Jazz hinkt, aber auf der Intensitätsebene durchaus ebenbürtig ist. Zu Gast bei Rusconi ist diesmal der britische Gitarrist Fred Frith, der den Schweizern in einem über 10minütigen Opus tatkräftig unter die Arme greift. Außerdem im Angebot: zwei Live-Takes. Einer aus Bielefeld und einer vom Traumzeit-Festival 2011 in Duisburg, die noch einmal die Sonic-Youth-Arbeiten aufgreifen. Alles absolut hörenswert.

www.rusconi-music.com