Neue Platten

Micatone - Wish I Was Here

Genre: IndiePop
Label: Sonar Kollektiv (Alive)
CD, VÖ: - 02.03.2012

Micatone, da war doch was? Wir helfen der Erinnerung gerne auf die Sprünge: Micatone, das war die Club- und Lounge Band aus Berlin - die mit der sagenumwobenen, schmal gebauten Lisa Bassenge am Mikrofon. Das letzte Album der Band liegt nun schon sieben Jahre zurück und nannte sich „Nomad Songs”. Zwischen­zeitlich hatte sich aber dennoch viel getan: Die Micatones arbeiteten weiter unter dem Namen „Nylon” und verschrieben sich der romantischen Elektro-Schwärmerei im Song­gewand. „10 Lieder über Liebe” erschien beispielsweise im August 2007. Und Lisa Bassenge begab sich daneben auf ein paar feine Soloausflüge, besonders hörenswert zum Beispiel das Album „Nur Fort”, das seit Januar 2011 im Handel ist.
Nun also wieder back to Micatone, sprich Lisa Bassenge zusammen mit den Herren Mein­hold (Gitarre), Demmin (Keyboards) und Kleber (Bass und Drums). Das Club- und Lounge-Umfeld von einst hat man jetzt zugunsten einer mehr oder minder zeitlosen Indiepop-Schiene verlassen. „Wish I Was Here” kann mit 12 geschmackvollen Songs zwischen Soul, Retro-Beat und Blues aufwarten, die sich bei mehrmaliger Wiederholung wundersam ins Gedächtnis einkerben. Schuld daran sind die lässig angelegten Kompositionen, die raffiniert mit allerlei wohlbekannten Stilelementen des Pop spielen und dadurch einen leichten Zugang ermöglichen. Das fängt an mit einem herrlichen Parkettschieber an, den Lisa Bassenge da zusammen mit dem Tindersticks-Sänger Stuart Staples präsentiert und endet mit einem knarzigen Blues, der dank einer prächtigen Surfgitarre zum genialen Rausschmeisser wird. Hier, wie auch auf allen anderen Songs, ist es einmal mehr die beeindruckend wandlungsfähige Stimme der Berlinerin, die alle Rezeptoren auf sich zieht und die Herren etwas in den Hintergrund drängt. Sehr zu Unrecht, denn „Wish I Was Here” ist eine eng verzahnte und streckenweise ziemlich prickelnde Songwriter-Kollektivarbeit. Volle Punktzahl.

www.micatone.de