Neue Platten

Choir of Young Believers - Rhine Gold

Genre: Orchestral Pop
Label: Ghostly International (K7 / Alive)
CD; VÖ: - 13.04.2012

Wer bedauert, dass Tears For Fears zu einem zwar wertvollen, aber doch für immer und ewig verblichenen Teil der Pophistorie gehören und wer vielleicht auch noch der charismatischen Stimme von a-ha-Sänger Morten Harket nachtrauert, der wird sich um so mehr über ein neues Stück Sound-Magie aus Dänemark freuen, das da heißt „Rhine Gold”, präsentiert vom Choir of Young Believers. Sechs Musiker unter der vokalen Ägide des griechischstämmigen Jannis Noya Makrigiannis rollen wieder einmal das weite Feld des orchestralen Pop auf, wo Melancholie auf Hymne und Pathos auf Komplexität treffen. Und dass die jungen Gläubigen auch noch das Wort „Chor” in ihren Bandnamen aufgenommen haben, macht also durchaus Sinn.
„Rhine Gold” besteht aus neun Stücken mit Längen bis zu zehn Minuten, die voll von ausladender Theatralik sind, ohne aber mit unangenehmer Affektiertheit überfrachtet zu sein. Alles ist sorgsam durcharrangiert und entwickelt spannungstechnisch geschickt aufgebaute Popstrukturen, die nicht nur auf die Architektonik der 70er/80er Jahre zurückgreifen, sondern zum Beispiel auch ansatzweise mit der Ornamentik orientalischer Klänge spielen. Über allem aber schwebt die klare und glockenhelle Stimme von Jannis, der mit der Strahlkraft eines Wiener Sängerknaben ausgestattet, jeden Song, egal ob er nun rhythmisch befeuert oder als in sich ruhendes Gitarren- und Cello-Opus angelegt ist, schonungslos verzaubert. Anrührende Refrains tun ihr Übriges, dieses Werk bedenkenlos als glanzvoll einzustufen. Und wer dann den finalen Showdown des grandiosen Titelstücks hinter sich gebracht hat, wird verstehen, daß wir uns hiermit bedenkenlos in einer leicht überschwänglichen Beweihräucherung dieses Albums geübt haben.

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