Neue Platten

Brink Man Ship - Instant Replay

Genre: Elektro/Jazz
Label: Unit Records (JaKla/Harmonia Mundi)
CD, VÖ: - 13.04.2012

Bei vielen neuen CDs, die einem täglich so ins Ohr gehen, sind Déjà-Vus beileibe keine Seltenheit. Auch beim Schweizer Projekt Brink Man Ship trifft dies zu. Gleich zu Beginn fühlt man sich in die USA der frühen 90er Jahre zurückversetzt, denn die Verbindung aus Bassklarinette, geheimnisvollen Electronics und MC erinnert doch stark an den düsteren Kosmos der Gruppe MC 900 ft. Jesus. Wie man diesen Sound nach gut 20 Jahren eindrucksvoll wiederbeleben kann, davon legen Jan Galega Brönnimann und seine drei Mitstreiter eindrucksvolles Zeugnis ab. Neben dem Klarinettisten agieren hier noch René Reimann (E-Gitarre), Emanuel Schnyder (E-Bass) und Christoph Studenmann (Drums). Alle vier schrauben zusätzlich noch an den Knöpfchen von diversen elektronischen (Rhythmus-) Geräten und verleihen der jazzigen Grundstruktur somit noch einen Hauch von hipper Coolness. Der Beitrag von MC Nya auf dem Intro-Track bleibt allerdings das einzige vokale Bindeglied zur Welt des HipHop. Ab da geht es dann in Sachen Klangforschung rein instrumental weiter (Ausnahme die Joy Frempong-Vocals auf Track 4). Das nächste Déjà-Vu lässt dann aber auch nicht lange auf sich warten. Diesmal ist ein Ausflug nach Finnland in die gefühlvolle Welt von RinneRadio angesagt, denn auch Tapani Rinne verbindet gerne das Holzblasinstrument mit vielschichtigen elektronischen Sounds. Trotzdem sollte man Brink Man Ship auf keinen Fall schnöde Paste-and-Copy-Bestrebungen unterstellen, denn dazu ist der Sound der Schweizer letztendlich viel zu eigenständig. Er ist sogar hochinteressant, denn die vier Musiker wissen geschickt, vertrackte Rhythmik und jazzige Improvisation wunderbar miteinander zu verbinden. Plötzliche Überraschungsmomente inklusive. Ein sehr intensives und filigranes Album, das man auf keinen Fall auslassen sollte.

www.brinkmanship.ch

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