Neue Platten

Eva Mayerhofer - Lofty Ground

Genre: Jazzrock
Label: Personality Records (in-akustik)
CD, VÖ: - 20.04.2012

Ganz entsprechend der schicken Dienstkleidung auf dem CD-Cover, tritt Eva Mayerhofer auf ihrem Debutalbum als gepflegte Jazz-Vokalistin in Erscheinung. Herziges Dirndlkostüm oder lässiger Street-Look gehen bei einer niveauvollen Klangpoetin nun mal gar nicht. Die Fahrtrichtung dieser Reise ist also schon mal rein optisch einigermaßen klar vorgegeben.
Eva Mayerhofer kreist aber schon länger in den entsprechenden Zirkeln des Jazz. Eine Gesangsausbildung bei der US-Sängerin Rachel Gould an der Swiss Jazz School in Bern, klassischer Gesang in Hamburg, diverse Bandprojekte von Heidelberg bis Köln und dort auch noch ein Auftrag als Gesangsdozentin an der Hochschule für Musik und Tanz. Da war es natürlich nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Drang nach einer individuellen Visiten­karte in die Realität umsetzen ließ. „Lofty Ground“ ist also nun fertig und im Kasten und präsentiert neun gedämpfte bis behutsam arrangierte Jazz­nummern, die sie mit ihrer Band (Lars Düppler - Keyboards, Matthias Nowak - Bass und Marcus Rieck - Drums) eingespielt hat. Auch wenn sich hier vier ausgemachte Profis versammelt haben, die eine tadellose Performance bieten, muss auch angemerkt werden, dass sich das Songmaterial von dem der direkten Konkurrenz nur unwesentlich abhebt. Man beschränkt sich eben nur darauf, dem bereits vielfach existierenden Kanon des Vocal-Jazz eine weitere, wenn auch hochwertige Strophe hinzuzufügen. Das weite Feld zwischen Pop und Jazz, aufgefächert in Bossa, Bar-Jazz und Singer/Songwriter, wird sorgfältig aufgerollt, mit einer umsichtig agierenden Rhythmusgruppe fundamentiert und durch luftige FenderRhodes-Läufe abgerundet. Eva Mayerhofer krönt all dies mit einer angenehmen Altstimme. Aber gerade bei ihrem brasilianischen Lieblingskomponisten Tom Jobim und dessen Paradenummer „Corcovado“ offenbart sich in der Reinterpretation eine gewisse Farblosigkeit, sowohl im instrumentellen wie auch im vokalen Bereich, was sicherlich der etwas behäbigen mitteleuropäischen Herangehensweise zuzuschreiben ist. Als positives Gegenbeispiel drängt sich einem da geradezu Tracy Thorn auf, die Jobims Original einmal wesentlich luftiger und dazu auch noch auf original portugiesisch interpretiert hat. Die Bilanz: „Lofty Ground“ ist solider PopJazz ohne jeglichen störenden Firlefanz, aber auch ohne eine Dramaturgie, die einen verzückt-paralysiert zurücklässt.

www.evamayerhofer.de