Neue Platten

Jasper van’t Hof - Œuvre

Genre: Jazz
Label: Q-rious Music (Edel-Kultur)
CD, VÖ: - 20.04.2012

Da fragt man sich allen Ernstes, was hinter der Absicht von Jasper van’t Hof gesteckt hat, im Innenteil seiner CD so miesepetrig dreinzuschauen, als wolle er sagen: „Der ganze Jazzkram hier ödet mich furchtbar an“. Mag sein, dass Jasper van’t Hof, wie viele seiner tiefer gelegten holländischen Landsleute ein kleiner Schelm ist, aber PR-mäßig ist das eben nicht der Knaller.
Doch nun zum musikalischen Inhalt von „Œuvre“. Van’t Hof hat ein lupenreines Jazzalbum eingespielt. Von Synthesizer-Eskapaden, Ausflügen nach Afrika oder in die Jazzrock-Gefilde früherer Zeiten auch nicht mehr die geringste Spur. Dafür nun stoische Jazz-Ästhetik, Rückbesinnung auf bewährte Traditionen, Rolle rückwärts ins Klassisch-Konventionelle. Ihm zur Seite nur ein Saxophonist (Harry Sokal, Österreich), ein Bassist (Stefan Neldner, deutscher Ruhrpott) und ein Schlagzeuger (Fredy Studer, Schweiz) - Musiker die zwar zur obersten europäischen Jazzliga zählen, aber eben auch schon zu den etablierten Newtimern des Genre gehören. Zu viert zieht man nun sämtliche Strippen der Improvisationskunst, so wie es seit Angedenken im Jazz üblich ist, gibt sich der Stimmung des Augenblicks hin, d.h. man mäandert von lyrisch zu extrovertiert und zurück. Alles ohne Fehl und Tadel, aber eben auch schon hundert mal gehört. Für die vier Künstler sicher eine tiefe Befriedigung (wenn man von van’t Hofs gegenteiligem Mienenspiel einmal absieht), aber für den Empfänger der frohen Botschaft kommt allerdings auch nix umwerfend Neues aus dem Ärmel.

www.jaspervanthof.com