Neue Platten

Kottarashky & The Rain Dogs - Demoni

Genre: Balkan Elektro
Label: Asphalt Tango (Indigo)
CD, VÖ: - 04.05.2012

Im Osten viel Neues. Die Zimmerleute der osteuropäischen Musikkultur haben Hochkonjunktur. Wir erinnern da beispielsweise an das ungarische Musikerkollektiv um Erik Sumo, aber auch und vor allem an Nikola Gruev, der unter dem Pseudonym „Kottarashky” bereits mit seinem Debutalbum Opa Hey! das ansonsten im internationalen Vergleich eher unbedeutende Land Bulgarien zumindest in Insiderkreisen weit nach vorne gebracht hat. Seine Paste-and-Copy-Musik aus Balkanfeldaufnahmen und die damit einhergehende Anbindung an hippe digitale Klub- und Tanzmusik bot eine mehr als überzeugende Vorstellung. Nun hat sich Nikola „Kottarashky” Gruev zu einem zweiten Opus hinreißen lassen und auch das ist wieder ein an die große Glocke zu hängender Geheimtipp. Das Grundprinzip ist das gleiche geblieben, wohl aber hat sich das Personal verändert - es wurde aufgestockt und angebaut. Aus dem Alleinunterhalter Kottarashky wurde jetzt der Vorstandschef der Rain Dogs, die mit Tom Waits allerdings weder verwandt noch verschwägert sind. Es sind vier Musiker aus Gruevs engem Umfeld, Sieger in einem Casting-Wettbewerb, der das live-mäßige Umsetzen von seinen Ideen zum Ziel hatte. Das hatte nicht nur neue Kompositionen zur Folge, sondern auch Auswirkungen auf den Sound, dessen programmiertes Grundmuster nun noch durch Klarinette, Gitarre, Synthi, Bass und Schlagzeug ergänzt wurde. Das Ergebnis ist beeindruckend. „Demoni” klingt kompakter und bluesiger, wesentlich songorientierter, ist aber in seinem experimentellen Charakter vielleicht sogar noch einen Ticken ausgefeilter. Wichtige Meilensteine der Weltmusik sind die beiden Alben von Kottarashky allemal.

www.asphalt-tango.de