Neue Platten

Cakewalk - Wired

Genre: Jazz Rock Alternative
Label: Hubro (Sunny Moon)
CD, VÖ: - 21.05.2012

Bei einer Dreierbesetzung Synthesizer/Bass, Gitarre/Drums fällt einem vielleicht erst einmal ELP ein, Emerson Lake und Palmer. Dass Cakewalk aus Norwegen mit dieser Instrumentenpalette aber Lichtjahre von den einstigen Prog-Rockern entfernt sind, wird auf „Wired“ schnell deutlich. Die Nordmänner haben sich mit der Art von Musik, die für sie in Frage kommt, in bewußt andere Sphären zurück­gezogen. In Bereiche, die weniger von herkömmlicher Lied-Harmonie geprägt sind, als von experimenteller Lust an der Bildung von Klangkollagen und -biotopen. Was nicht heißen soll, dass hin und wieder vom Rhythmus getrieben Beats auftauchen, die aber meistens von allerlei Noise­performances begleitet werden. Die sechs Stücke der Norweger sind kompromisslos auf Improvisation aus und brechen mit allem, was auch nur ansatzweise nach lieblichem Schönklang riecht. Und doch ist das Ergebnis ein wuchtig rockendes und schrill inszeniertes Sound-Gewitter, das zwischen eruptiven Phasen auch immer wieder dunkle und introvertierte Momente zulässt. Zeitweise fühlt man sich an Zeiten erinnert, als Can noch in Fässern von Krautrock herumstocherten oder an die post-rockenden Ergüsse einer Tortoise-Ära. Trotz aller Einhörschwierigkeiten sollte es dem ambitionierten Nonkonformisten daher gelingen, Gefallen an diesem außergewöhnlichen Werk zu finden.

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