Neue Platten

Kofelgschroa - Kofelgschroa

Genre: Volxmusik Bayern
Label: Trikont (Indigo)
CD, LP; VÖ: - 25.05.2012

Zum Verständnis dieser CD ist wieder mal eine Runde Heimat- und Sprachkunde angesagt. Der „Kofel“ ist das Matterhorn Oberammergaus, 1.342 Meter über Normalnull und Teil der Ammergauer Alpen. „Gschroa“ sagt der Bayer, wenn es stimmlich arg durcheinander geht. „Kofelgschroa” ist also das, was sich oben am Kofel abspielt, wenn man sich nicht einigen kann, wer heute als erster eine Kerbe ins Gipfelkreuz schnitzen darf. „Kofelgschroa” sind aber auch vier junge Burschen aus dem Passionsspielort Oberammergau und zugleich die neuesten Vertragspartner des Münchener Trikont-Labels, das ja bekanntermaßen eine Schwäche für anarchische Volksmusiker hat. Nicht umsonst sind dort Attwenger oder Hans Söllner zuhause. „Kofelgschroa” genießen derzeit noch den Bonus einer Frischlingsband, die erst gar nicht versucht, eine neue BrassBanda zu werden oder der Biermösl Blosn Paroli zu bieten. „Kofelgschroa” sind irgendwie noch anders. Allein schon von der Besetzung her. Tenorhorn, Helikontuba, Flügelhorn/Gitarre und Akkordeon. Ein Quartet der behäbigen Mollmusik, etwas hölzern in der Performance, stark mundartlastig und dadaistisch-valentinesk veranlagt. Alternativmusiker mit Hang zur heimatlichen Volxmusik. Denn die schwebt über allem, was die Band von sich gibt, auch wenn sie eher nach punkigem Underground als nach schickem Überfliegertum riechen. Nach Jahren des lokalen Tingels durch Klubs, U-Bahn-Schächte, Bierzelte und Wirtshäuser sind nun 14 Songs entstanden, die unter der Produktion des Notwist-Bassisten Michael Acher auf Vinyl und CD gepresst wurden und einer breiter werdenden Öffentlichkeit auch außerhalb des Freistaates zur Verfügung stehen. Münchner Lokalmatadore wie G. Rag + Die Landlergschwister oder die Gruppe Zwirbeldirn gelten als mitwissersische Unterstützer, der bayerische Zündfunk hat sie schon länger in der Rotation. „Kofelgschroa” sind urig, bauernschlau, wenn’s sein muss auch spontan und a bisserl strange. Und genau deswegen auch „sakrisch guat“.

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