Neue Platten

Mark Wonder - Working Wonders

Genre: Reggae/Dub
Label: Oneness Records (Soulfire)
CD, VÖ: - 29.06.2012

Was für die Pop-Musik der Schlager ist, ist für die weltweite Rastagemeinde der Roots-Reggae. Eingängige Melodien mit gering ausgeprägtem Hang zum Experiment, keine sinnüberfrachteten Texte, deutlicher Schmusefaktor und daher bei fast jeder Gelegenheit einzusetzen. Musik für den kleinsten gemeinsamen Nenner und somit genau das richtige für Strandparty und Hängematte, Sommerabhäng­musik für den lauschigen Abend eben. Und weil man mit so viel Leichtigkeit kaum etwas falsch machen kann, hat sich auch der Jamaikaner Mark Wonder auf diesen eher unspektakulären Weg begeben, die Welt mit ein wenig mehr Reggae-Pop zu bereichern und dem Kapitel „Jah love is so amazing“ ein weiteres hinzuzufügen. Wir merken schon, mit sehr viel Tiefgang kann „Working Wonders” nicht gerade aufwarten. Das überlässt der Mann aus Kingston lieber anderen. Mark Wonder steht für das Unterhaltsame. Alle 15 Songs dieser CD surfen auf einer weichen Welle des Kuschel-Reggae, eine enge Zusammenarbeit übrigens mit dem Münchener Moritz von Korff, seines Zeichen Bassist bei der französischen Band Dub Inc. und Inhaber eines Reggaelabels. Mark Wonder ist also auf Nummer Sicher gegangen. Hier ein bißchen Old School-Feeling, dort ein bißchen weich verpackte Systemkritik, ab und zu die stets aufs Neue wiedergekäute Rasta-Lehre von Nyabinghi bis Haile Selassie und Liebesschnulzen im Offbeat-Riddim. Dazu noch Gaststars wie Sizzla, Natural Black und Mikey Melody und fertig ist ein Reggae-Album, das zwar perfekt in Szene gesetzt ist, aber im Grunde genommen über ein Strohfeuer-Achtungs­erfolg nicht hinauskommt.

www.markwonder.com