Neue Platten

Bibi Tanga & the Selenites - 40° of Sunshine

Genre: AfroSoul/Funk
Label: NatGeo Music (Warner)
CD, VÖ: - 06.07.2012

Selbst eingedenk der Tatsache, dass der Mann mit den afrikanischen Genen und dem französischen Reisepass beileibe kein Newcomer mehr ist, muss man im Grunde genommen doch immer noch schmunzeln, wenn sein Name fällt. Nicht nur „Tanga“, nein, auch noch „Bibi“. Er selbst hat sich vermutlich schon längst dran gewöhnt. Denn so cool wie er rüberkommt, ist auch seine Musik.
Sein zweites Album für National Geographic steht an. Heiß ist es geworden: 40 Grad Sonnenschein. Der Vorgänger Dunya war da noch so eine Art Vorglüher. „40° of Sunshine“ hat immens zugelegt. Mit dem Nachbrenner-Effekt einer ausgedehnten Afrika-Tournee wurden die zwölf neuen Songs konzipiert. Wieder beste Funk-Ware aus der FrancoAfro-Küche. Was Bibi Tanga und seine Selenites so interessant macht, ist deren Fähigkeit, amerikanische, afrikanische und französische Elemente problemlos unter einen Hut zu bringen. Die geschmeidigen Songs, die mit Dancefloor-Elementen nicht geizen, sind bedingungslos auf Soulfunk getrimmt, lassen aber auch das afrikanische Wurzelwerk, auf das sich Bibi immer wieder beruft, nicht außer Acht und wurden nicht selten aus einer Jam-Session-Stimmung heraus geboren. Zwei Songs singt Bibi auf Sango, der Sprache seiner Vorfahren aus der Zentralafrikanischen Republik. Und gerade diese Tracks verströmen fetten Afrobeat und lehren uns, dass Funk allein nicht selig macht, wenn es um schwarze Musik geht. Neu mit dabei Emma Lamadji aus Bibis Heimat, die zusätzlich für vokalistische Würze sorgt. Also: „40° of Sunshine“ geht nicht nur massiv ab - das Album kann auch locker Musikfreunde begeistern, die es beim Drumherum gerne etwas tiefgängiger haben.

www.bibitanga.com