Neue Platten

Tyson - Die on the Dancefloor

Genre: Dance/Pop
Label: Back Yard Recordings (Universal)
CD, VÖ: - 03.08.2012

Mit Vollgas zurück in die 80er. Tyson, ein schwarzer Musiker aus East-London, kommt mal ganz ohne Gangster-Rap aus und ist auch kein hyperaktiver Soul-Funk-Brother. Tyson hört auch nicht auf den Vornamen „Mike“. Dennoch schaut Tyson dank seiner Tattoos so martialisch aus, wie ein beinharter Faustkämpfer. Trotz der zur Schau gestellten Härte erweist sich sein Debutalbum allerdings als ein gummiweiches Konglomerat aus Jimmy Somerville, John Travolta, Prince und Curtis Mayfield - Sparte Glitzer-Disco-Pop also. Tyson vertraut erst mal voll und ganz auf seine Kopfstimme, die er laut eigner Aussage auch jahrelang gnadenlos trainiert hat. Und das Drumherum spielt sich ausnahmslos auf den Rundungen einer Diskokugel ab, ist unmissverständlich auf Retro-Dancefloor gebügelt. Dass es da textlich weniger um gesellschaftskritische oder globale Themen, sondern von vorn bis hinten um seichtes Liebesgeschwurbel geht, versteht sich da von selbst. Aus Sicht der nimmersatten Partyszene ist Tyson natürlich eine willkommene Lichtgestalt, der man gerne zuckersüße Erfolgsaussichten prognostiziert, ein Hoffnungsträger, dem man gerne zujubelt. Wer sich aber mehr für ersthafte Pop-Unterhaltung interessiert, für den ist „Die on the Dancefloor“ eher so etwas wie musikalisches Waterboarding.

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