Neue Platten

Le Pop 3 - (V. A.)

Genre: FrancoPop
Label:Le Pop Musik (Groove Attack)
CD, VÖ - 04.10.2005

Was als Geheimtipp begann, hat sich mittlerweile zu einer strammen Business-Sparte gemausert. Französische Pop-Musik jenseits der alten Garde ist in der Grande Nation in stetigem Aufwind begriffen und tagtäglich kommen neue aufregende Künstler hinzu. Da freut man sich jedes mal über eine neue Fortsetzung der „Le Pop”-Serie, die von Köln aus mit fachkundiger Hand auf die immer noch sehr unwissende deutsche Pop-Gemeinde geträufelt wird, denn trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zum Franzosenland, ist der dortige Boom an alternativer Popmusik hier noch nicht so recht angekommen, so scheint es. Hat man sich hierzulande gerade mal mit Leuten wie Yann Tiersen, Benjamin Biolay, Dominque A oder Coralie Clément angefreundet, so erfahren wir dank „Le Pop 3” von einer wahren Armada an bislang unbekannten Namen. Und das schöne daran: fast alle vertretenen Künstler verströmen diese eigenartig kuschelige Version des Franco-Pop, die es bei uns in dieser Form so eigentlich nie gab und vermutlich auch nie geben wird. Denn der Franzose an sich, der sich trotz aller globalen Wertigkeiten immer noch dem guten alten Chanson verpflichtet fühlt, scheint sich immer wieder neu zu erfinden, jongliert unverhohlen mit den verschiedensten Spielarten des Pop, kehrt aber immer wieder, wenn auch über so manche Umwege (Elektro, Reggae, Alternative oder Folk), immer wieder in den weichen Schoß des Chansons zurück.
Wer kann, sollte sich bei nächster Gelegenheit in einen französischen FNAC-Shops stürzen und „Le Pop 3” dabei in der Tasche haben. Denn einige der hier vorgestellten unbekannteren Künstler haben in F bereits superbe Alben veröffentlicht (Bertrand Betsch, Bastien Lallemant Bertrand Belin oder Camille), andere, bekanntere hingegen, wie Mathieu Boogaerts oder Françoiz Breut stehen mit Folge-CDs in den Startlöchern. Außerdem hat man auf dieser CD noch einen kleinen Haken nach Nordamerika geschlagen und mit Jerôme Minière, Stefie Shock und Pierre Lapointe 3 Kanadier aus Québec mit ins französische Pop-Boot geholt. An diesem 16 teiligen Querschnitt durch den Franco-Pop kann man sich kaum satt hören und sammeln ist angesagt, denn „Le Pop 1” ist in Deutscshland schon vergriffen. Also rechtzeitig vorsorgen.

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