Neue Platten

De Vibroluxe - Cracq Magic International

Genre: Dance
Label:Couch Records (Couch Records)
CD / DoLP, VÖ - 17.01.2005

Ein seltsamer Name: De Vibroluxe. Könnte aus Holland stammen, kommt aber tatsächlich aus Ex-Yugoslavien (genauer gesagt aus Novi Sad) und ist wieder mal ein Einmannbetrieb, dem ein paar quirlige Studio-Musiker angeschlossen sind. Nenad Stankov heißt der schräge Vogel, dessen große Liebe die schwarze Funk-Musik zu sein scheint, denn von der gibt’s auf dieser CD mehr als genug. Nenad selbst spielt eigentlich kein Instrument, wie es scheint, sondern seine Aktivitäten beschränken sich einzig und allein darauf, dem, was seine Helfershelfer da so anrichten, die Tanzflur-Beinchen anzuschrauben. So musiziert diese komplett ausgestattete Mini-Jazz-Kombo, bestehend aus Vocals, Keyboards, Bass, Drum und einer Dreier-Brass-Sektion, auch in den seltensten Fällen gemeinsam, sondern die einzelnen Akteure treten in den verschiedenen Tracks als Einzelinterpreten auf. Lediglich der Mann an den Keyboards hat fast durchgängig seiner Finger mit im Spiel, scheint also etwas wie die rechte Hand von Stankov zu sein.
Die Spannungsbögen, die auf den 11 Tracks aufgebaut werden sind höchst unterschiedlich. Wie es sich für einen ordentlichen Opener gehört, packt „Lo-Fi-Financial” die Sache ungemein funky und und mit viel Groove im Hut an, ein echter Floor-Filler also. Auch die 2. Nummer ist voll von Breakbeats, stampfender Perkussion und coolem MC-Geplappere, allerdings fragt man sich da permanent, wann denn nun endlich der Knoten platzt und die Chose so richtig zu laufen anfängt, bzw. der Groove des Schwarzen Mannes einsetzt. Bis Ende Fehlanzeige. Und auch Track Nr. 3 verliert sich in einer Aneinanderreihung von Berimbau-Loops, ohne daß sich ein spannender Flow entwickeln kann.
Der längste Song mit dem schönen Titel „Love Bubbles” beschäftigt sich über 7 Minuten lang auf einer jazzigen Bossa-Basis mit dem Gekichere der Chinesin Xiao Ling. Von der Grundidee her ganz putzig, über die Distanz dann doch eher nervig.
Mit „Mucho Traffic” dann endlich geht die Fieber-Kurve wieder steil in die Höhe. Der im Hardbop-Tempo gehaltene Flitzer ist ein Paradebeispiel für heißen Digital-Jazz und auch „Electric Shampoo“ mit seinen mannigfaltigen Referenzen an die funky 80ies leistet volle Überzeugungsarbeit. Also warum nicht gleich so, denn Nenad Stankov ist durchaus ein Mann mit cleveren Ideen. Nur hätten die noch etwas gewinnbringender umgesetzt werden müssen.

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