Neue Platten

Orient Noir - (V. A.)

Genre: EastWest-Crossover
Label: Piranha (Indigo)
CD, VÖ: - 14.09.2012

Beim Wort „Orient” fällt einem in den augenblicklichen Zeiten erst mal nicht viel Gutes ein. Überall Aufruhr, Chaos und Bombenlegerei am östlichen und südlichen Mittelmeer. Gut, daß es da wenigstens im Bereich Klutur einigermaßen friedlich und gesittet zugeht. Das Berliner Piranha hat sich mal wieder der arabisch-orientalischen Völkerverständigung gewidmet und unter dem Titel „Orient Noir” einen kühnen Bogen geschlagen, der bedeutende Künstler der orientalischen Musik von Serbien bis Zanzibar und von Frankreich bis zum Libanon vereint. Viele sind alte Bekannte aus dem Piranha-Becken: So zum Beispiel der Ägypter Mahmoud Fadl, der Algerier Maurice El Médioni, der Sepharde Emil Zrihan aus Marokko, die Klezmatics aus New York oder die Trompetenbrüder im Geiste Frank London (New York) und Boban Markovic (Serbien). Dazu noch Musiker von der ostafrikanischen Insel Zanzibar, aus Marseille und Jerusalem sowie als Clou gewissermaßen, eine orientalische Krautrock-Diskorarität aus Hannover.
Compilations sind ja immer eine sehr dankbare, weil wenig aufwendige Sache für ein Label und deswegen oftmals ein Konglomerat von vielen aufgeköchelten Süppchen. „Orient Noir” allerdings wartet mit vielen Tracks auf, die für den Durchschnittshörer weitestgehend unbekannt sind und dadurch recht attraktiv daherkommen. Die so entstandene kulturelle Vielseitigkeit unterstreicht die Qualität dieses Samplers noch zusätzlich. Man muß hier also nicht befürchten, beim Kauf einer billigen Beutelschneiderei zum Opfer zu fallen.

www.piranha.de