Neue Platten

Farmers Market - Slav to the Rhythm

Genre: MetalFolk
Label: Division Records (Galileo MC)
CD, VÖ: - 21.09.2012

Dinge gibt’s, die gibt’s gar nicht. Oder doch? Ordentlich ins Trudeln gerät man zumindest beim geographischen wie stilistischen Einordnen der Band „Farmers Market“. Was man da zu hören bekommt, schlägt einem zuerst mal das Fass aus Krone. Was man da zu erkennen glaubt, erinnert an eine orgiastische Mischung aus Metal, Progrock, Hardcore-Folk, Power-Gypsy und Morricone-Surf. Und vor allem aus welcher Ecke kommt die Band? So eine bizarre Mischung kann eigentlich nur aus dem hintersten Osteuropa kommen, wo man frisch von der Leber wegmusiziert, ohne Rücksicht auf irgendwelche Modetrends. Aber nein, völliger Holzweg, Farmers Market kommen aus dem fortschrittlichen Norwegen, sind dort schon seit ca. 20 Jahren zugange und haben sich schon des längeren auf die musikalische Trickkiste Bulgariens spezialisiert, dank ihres bulgarischen Saxofonisten Trifon Trifonov. „Slav to the Rhythm” ist also nicht nur ein nettes Wortspiel, sondern auch der Versuch, die schräge Taktung bulgarischer Folklore mit Speedrock westlicher Prägung unter einen Hut zu bringen. Dass das zunächst etwas befremdlich klingt, liegt auf der Hand, entwickelt aber bei nachhaltigem Hinhören seinen ganz eigenen Reiz. Farmers Market haben den Wumms von Kaizers Orchestra, die Potenz von Apocalyptica und den unterschwelligen Charme einer Volkstanzgruppe vom Balkan. Zu zarten Streicher­arrangements gesellen sich bei dieser Wahnsinns­truppe harte Gitarrensoli, milde Panflötentöne, herzhafte Männerchöre, sanfte Frauenstimmen, Akkordeon, brett­harte Drums, kernige Hammond-Orgel, hochkomplizierte Stolper-Rhythmen, das schräge Gefiedel der Gadulka und ein hämmernder Bass. Als Gäste wirken u.a. mit ein mazedonischer Klarinettist, eine bulgarische Klassik-Violinistin und ein indischer Tabla-Spieler. Farmers Market lassen die Muskeln spielen. Musik in einer neuen Dimension. Ausprobieren und Staunen.

www.farmers-market.net