Neue Platten

Tori Amos - Gold Dust

Genre: Pop
Label: Deutsche Grammophon (Universal)
CD, VÖ: - 28.09.2012

Eigentlich sind die Neunziger ja noch gar nicht so lange her und doch jährt sich Tori Amos’ Bühnenpräsenz jetzt zum 20sten mal. „Little Earthquakes“ von 1992 ist nach wie vor ein Meilenstein und wird immer so etwas wie ein Referenzalbum der Amerikanerin bleiben, die jetzt schnurstracks auf die 50 zusteuert. Zum Aktivitäts-Jubiläum sollte nun etwas ganz Besonderes her: Tori Amos altersadäquat, Tori Amos weich gebettet, Tori Amos mit oppulenter orchestraler Unterstützung. „Gold Dust“ wurde mit dem holländischen Metropole Orkest eingespielt und dieses Vorhaben entsprach angeblich einem lang gehegten Wunsch der Künstlerin. Was man dann allerdings zu hören bekommt, ist altbekanntes Material, das zwar ordentlich aufgeplustert wurde, dadurch aber keine wesentliche Verbesserungen erfahren hat. Und mal ganz davon abgesehen: das was hier als innovativer Klangbonus angepriesen wird, wurde auf vielen zurückliegenden Alben in ähnlicher Form bereits umgesetzt. So war zum Beispiel der Titel „Silent all these Years“ von „Little Earthquakes“ bereits im Original mit orchestraler Begleitung eingespielt worden.
„Gold Dust“ ist dennoch kein „Greatest Hits“-Album. Die Auswahl der Tracks ging von Tori Amos persönlich aus, nicht von ihrer Plattenfirma und beinhaltet daher auch die eher etwas abseits rangierenden Titel und kein sattsam bekanntes Zugabenmaterial. Dennoch: viel Neues kann man diesem Album nicht abgewinnen und darunter wird natürlich auch der Kaufanreiz leiden. Dafür wurde viel Geld und Aufwand ins Booklet gesteckt. Aber auch hier löst der narzistische Selbstdarstellungsdrang der Amerikanerin und das sorgsam arrangierte Wachsfigurenambiente eher Befremden aus als Begeisterung. Als Gesamtfazit darf man hier also gerne von einer kleinen Enttäuschung sprechen.

www.toriamos.com

Vergangenes zu Tori Amos:
Night of Hunters