Neue Platten

Sebastian Sternal - Sternal Symphonic Society

Genre: Jazz
Label:Traumton (Indigo)
CD, VÖ: - 05.10.2012

Wer in Mainz am Rhein geboren ist, muss nicht automatisch eine Narrenkappe tragen. Er kann sich durchaus auch mit ernsthafteren Dingen des Lebens beschäftigen. Mit Jazz zum Beispiel. Sebastian Sternal ist noch jung an Jahren, aber reich an musikalischen Erkenntnissen. Bereits mit 10 konnte er sich pianospielenderweise für Broadway-Balladen begeistern, tobte sich in der Schulbigband aus und studierte später in Köln Jazzklavier, was dann schließlich in einer Professur endete. Sein Spezial­interesse aber gilt der Komposition, egal ob für Film, Bigband oder kleinteiliges Ensemble. Großteilig allerdings ist das, was er hier in Angriff genommen hat: Er gründete die „Sternal Symphonic Society”. Ein zusammengesetztes Kollektiv, bestehend aus einer 4köpfigen Bläsertruppe (u.a mit Frederik Köster, Trompete), einem 4köpfigen Streichquartet sowie dem Pablo Held-Trio (mit Jonas Burgwinkel an den Drums) als Rückgrat des Ganzen. Sternal selbst hält lediglich die Fäden in der Hand, achtet darauf, dass seine Ideen zündend umgesetzt werden und unterstützt seinen Kollegen Pablo Held gerade mal auf zwei der neun Stücke am Piano. Was die Society nun so interessant macht, ist schnell zusammengefasst: Die Musik klingt wie eine Kammerbigband, schrumpft stellenweise zu einem famosen Trio zusammen, um sich kurz darauf wieder zu einer oppulenten Soundtrackband aufzuplustern. Der reizvolle Wechsel zwischen minimal und maximal, zwischen elegisch und quirlig, zwischen cool und old-school, zwischen Improvisation und ausgefeilter Komposition, aber auch zwischen Jazzteam und Streichermannschaft, schaft eine unverwechselbare Atmosphäre, der man gerne diese Stunde Aufmerksamkeit schenkt. Jazz at its best und vor allem mal ein bißchen was anderes.

www.sebastiansternal.com


Weiter in dieser Richtung:
Frederik Köster Quartett - Zeichen der Zeit
Frederik Köster Quartett - Momentaufnahme
Jonas Burgwinkel - Source Direct