Neue Platten

Jessica Sligter - Fear And The Framing

Genre: IndiePop
Label: Hubro Music (Sunny Moon)
CD, VÖ: - 05.10.2012

Die Zeiten des Pseudonyms sind nun vorbei. „Jæ” (und das dazugehörige Album „Balls and Kittens, Draught ans Strangling Rain”) waren einmal, jetzt geht die ex-Jæ als Jessica Sligter mit ihrem zweiten Album „Fear and the Framing” an den Start und auch dieses Album wird vom norwegischen Hubro-Label betreut, obwohl Sligter holländischen Ursprungs ist. Jessica Sligter ist mehr als nur eine einfache Sängerin. Sie komponiert und textet selbst, sie bewegt sich vorzugsweise im alternativen Musiklager von Rock bis Singer/Songwriter, kann aber auch schon mal zu Noise und Experimental abdriften. Sie arbeitet bevorzugt mit der alternativen norwegischen Szene zusammen inklusive „visual arts“-Künstlern, natürlich immer in Verbindung mit Musik. Interessante Voraussetzungen also, um „Fear and the Framing” zu einem ganz besonderen Album zu machen. Wichtig ist zunächst, dass man als Hörer fasziniert ist von ihrer Stimme, die hell und klar die geschaffenen Klangräume und Melodiebögen begleitet. Gradlinige Strukturen sucht man allerdings vergebens, denn Jessica Sligter liebt die ungewöhnliche Herangehensweise. Sie liebt Songs, die ein wenig schräg daherkommen, aber immer im Rahmen des Verkraftbaren bleiben, selbst dann, wenn die Gitarren aus dem Ruder laufen, die Beats hämmern und eine Gewitterfront aufzieht. Ihre Stimme hält alles zusammen, versöhnt und gibt Sicherheit. Stille Momente gehen im Nu in die Tiefe und erzeugen hypnotische Stimmungen. So drängt sich immer wieder der Vergleich zu Leslie Feist auf, die nach ähnlichen Mustern zu agieren scheint. Sligters poetischen Schübe, die hier vorzugsweise um das Thema „Fear“ kreisen, sind ebenfalls nicht zu verachten. Sehr zu empfehlen diese Platte, da mit viel „performance”-Charakter und spannender Instrumentierungs-Ornamentik versehen.

www.hubromusic.com