Neue Platten

Ablaye Cissoko / Volker Goetze - Amanké Dionti

Genre: Folk/Jazz
Label: Motéma/Membran (New Music)
CD, VÖ: - 05.10.2012

Was bei uns die Harfe ist, ist in Afrika die Kora. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Harfe hier weitestgehend der Klassik und der gehobenen bis esoterischen Folklore zugeodnet wird, die Kora aber ein volkstümliches Instrument ist, das in Afrika stilübergreifend eingesetzt wird, von Folk bis Rock, von Jazz bis Kammer­musik. In letzter Zeit erlebt die Kora wieder mal eine Renaissance, nachdem sie in den späten 80ern erstmals durch Mory Kanté international bekannt wurde. Nun heißen die Stars Toumani Diabaté, Ballaké Sissoko oder eben Ablaye Cissoko, allesamt Vertreter der westafrikanischen Griots, Geschichtenerzähler und Übermittler traditionellen Wissens. Grenzüber­schreitende Zusammenarbeiten hat es in der Vergangenheit schon viele gegeben, speziell die Kooperation mit Jazzmusikern liegt den Koraspielern. Bereits 2001 fanden sich der deutsche Trompeter Volker Goetze und der koraspielende Senegalese Ablaye Cissoko zusammen. Aber erst 2009 wurde daraus eine erste CD (Sira). Die Fortführung dieses Projektes ist nun „Amanké Dionti”, eineinerseits eine deutliche gesellschaftskritische Anspielung („Amanké Dionti” bedeutet „Sie ist nicht deine Sklavin”), andererseits aber auch eine außergewöhnliche Musikproduktion, die Kora und Trompete innig miteinander verbindet. Selten hat man „heilende Traurigkeit” so klar und einnehmend umgesetzt wie hier. Esoterische Befüchtungen Fehlanzeige. Da ist auf der einen Seite Cissokos klarer und gefühlvoller Gesang sowie sein feinsinnigerUmgang mit den 21 Saiten, auf der anderen Seite die sehr zurückgenommene und weich gespielte Trompete - ein Zusammenspiel von seltener Schönheit. Aufgenommen wurde das Ganze übrigens in der evangelischen Holzkirche „Bon Secour” im 11. Pariser Bezirk.

www.volkergoetze.com