Neue Platten

Emmanuel Jal & Abdel Gadir Salim - Ceasefire

Genre: African HipHop
Label:Riverboat Records (Edel Contraire)
CD, VÖ - 14.10.2005

Vom Kindersoldat zum Friedensrapper. Eine Karriere, die so unglaublich wie ungewöhnlich ist und noch dazu von schicksalhafter Fügung. Denn wenn Emmanuel Jal als 13-jähriger Milizionär im Sudan nicht per Zufall der englischen Hilfsaktivistin Emma McCune über den Weg gelaufen wäre, die nicht noch dazu den damaligen Rebellenführer Riek Machar geheiratet hätte, wären für Emmanuel Jal statt Kampagnen für Amnesty International oder die Warchild Organisation vermutlich immer noch Kalaschnikow und andere Kriegswerkzeuge der tägliche Umgang.
So aber ist er nun in der privilegierten Lage, mit Musik auf die Situation aufmerksam zu machen, die er jahrelang erleiden mußte. Und das tut er mit viel Engagement und musikalischer Weitsicht. Denn mit plattem HipHop, wie ihn die amerikanischen Ghetto-Kids propagieren, hat er nichts am Hut. Emmanuale Jal bedient sich bei seinem Sprechgesang der Musik-Kultur des Sudan, reichert diese mit internationalen Fusion-Elementen an und erreicht so eine kluge Mischung aus Tradition und Moderne. Bestes Beispiel sein Megahit „Gua”, der ihn in afrikanischen Kreisen, speziell in Kenya, bis an die Spitzenposition der Hitparaden geführt hat. Und als Konsequenz daraus wurde ihm zudem noch ein Auftritt beim Live 8 Festival in Großbritannien zuteil.
Die zweite wichtige Person auf diesem Album heißt Abdel Gadir Salim und ist einer der bedeutensten Oud-Spieler, Sänger und Komponisten und traditioneller sudanesischer Volksmusik. Die Zusammenarbeit dieser beiden erweist sich als absoluter Glücksfall. Denn er vereint nicht nur unterschiedliche Generationen, sondern auch unterschiedliche Religionen, die sich im Sudan normalerweise bitter bekämpfen. Der christlich erzogenen Emmanuel und seine Crew, die „Reborn Warriors”, vollziehen hier mit Abdel Gadirs „Merdoum All Stars” einen Vereinigungsprozess, der als beispielhaft gelten kann für die zerrissene Nation. Und die sich daraus ergebenden Potentiale und Synergien machen dieses Album zu einem beeindruckenden Zeugnis sudanesischer Zukunftsmusik.

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