Neue Platten

Matthias Akeo Nowak - Koi Trio

Genre: Jazz
Label: Personality Records (in-akustik)
CD, VÖ: - 12.10.2012

Jazz hat eigentlich immer den ganz besonderen Anspruch des Anspruchsvollen. Besonders innovativ soll es sein, besonders anders, besonders freigeistig, besonders einzigartig. Musik für die philosophische Fraktion, für vermeindlich Sachver­ständige, für Connaisseure. Dabei kann man Jazz auch ganz elementar sehen. Ohne Nickelbrille und ohne hehre Ansprüche. Das in Köln beheimatete Koi Trio zum Beispiel. Die Musik dieser Herren kann man auch ganz banal beurteilen. Ob es gut klingt, ob es einen berührt, ob man dran bleiben will, oder ob es nervt. Das Koi Trio des Deutschjapaners Matthias Akeo Nowak gehört sicher zu den etwas introvertierter arbeitenden Jazztrios. Das ergibt sich schon allein aus der Besetzung Bass, Schlagzeug und Gitarre, wobei der Bassist der Boss ist und die Fäden zieht. Alle drei arbeiten nach den bekannten Grundsätzen des Gernres: Komposition trifft auf Improvisation. Alles ein bißchen vertrackt, alles ein bißchen verschachtelt, aber immerhin noch so geschmeidig, dass man am Ball bleiben kann. Rias Khabirpour an der Gitarre erinnert immer ein wenig an Pat Metheny, wenn dieser mal sein ganzes Schnickschnack-Equipment beiseite schiebt: Unverschnörkelt gespielte Läufe, mal flugs, mal kontemplativ. Der Drummer Oliver Rehmann nimmt unauffällig die Bälle seiner beiden Kollegen an, tänzelt mit ihnen und gibt sie unauffällig aber präzise weiter. Nowak, der alte Mingus-Fan, werkelt behende, kontrastierend, aber selten egozentrisch. Hin und wieder werden alle vom wilden Watz gebissen, schöner aber sind die stillen Momente. Resumée: Ein reinrassiges Gitarrenjazzalbum, das man an nur ganz wenigen Stellen leise machen muss.

www.koitrio.de