Neue Platten

sub.vision - Nashira

Genre: Jazz
Label: esc-Records
CD, VÖ: - 12.10.2012

Das Leben ist Veränderung. Auch und gerade bei der Saxophonistin Gilda Razani aus Dortmund. Inzwischen ist sie beim Frankfurter Label esc gelandet, hat ihre Formation wieder etwas umgebaut, sprich auf 4 Mitmusiker reduziert, hat ihren eigenen Namen verschwinden lassen und firmiert fortan nur noch unter dem, was in der Vergangenheit ihre Backingband war: sub.vision. Zwei URLs (siehe unten) sorgen dennoch etwas für Verwirrung. Musikalisch war man bei der Deutsch­perserin ja immer schon auf der ziemlich sicheren Seite. Weibliche Intuition am Blasgerät war seit Anbeginn ihre Stärke und auch „Nashira” (zu deutsch: die, die gute Botschaft bringt) führt das fort, was man landläufig unter Crossoverjazz versteht: eine gelungene Verbindung von Jazz mit anderen Kulturelementen. War man auf „Remembrance” noch auf Elemente aus Fernost und Südamerika gestoßen, hat man sich bei sub.vision nun wieder auf die Klangbilder des Jazz verlegt, die man zuvorderst in den westlichen Zivilisationsgesellschaften antrifft. Nicht umsonst fühlt man sich zuweilen an Soundscapes erinnert, die man noch von alten Weather Report-Zeiten her kennt. Daneben verstehen es Razani und ihr Langzeitpartner Hans Wanning an den Keyboards aber auch sehr gut, die Momente der jazzigen Schwerelosig­keit gekonnt umzusetzen. Der frisch angeheuerte Gitarrist Serge Corteyn dagegen befeuert die Band in Richtung Rock. So ergibt sich ganz zwangsfrei ein weit gefächerter Spannungsbogen, dem man gerne folgt. Mit Ausnahme der Stellen allerdings, wo sich die Musiker einbilden, durch wirres Querfeldein-Improvisieren dem Hörer einen Gefallen zu tun. Dennoch: Auch Album Nummer drei bestätigt das, was man inzwischen aus allen relevanten Kanälen hört: Gilda Razani bzw. sub.vision gehören zum verbindlichen Fundus der deutschen Jazz-Szene.

www.subvision.info
www.gildarazani.de

Älteres von Gilda Razani:
Bazaar
Remembrance