Neue Platten

Golden Afrique Vol. 2 - (V. A.)

Genre: World / Africa
Label:Network (Zweitausendeins)
Do-CD, VÖ - 15.10.2005

„Und aus vertraulicher Quelle war zu vernehmen, Volume 2 ist in Arbeit.” So beendeten wir die Besprechung von „Golden Afrique Vol. 1”. Und siehe, Network hat Wort gehalten. Kaum 10 Monate sind ins Land gegangen, da erreichen uns schon die nächsten 147 Minuten, wiederum verteilt auf 2 CDs, diesmal mit dem Untertitel „Rumba On The River”. Es geht um die Tanzmusik des Kongos aus den 70er und 80er Jahren. Von den frühen Raritäten wie Manu Dibangos „Ekedy” über die Kultfigur Tabu Ley Rochereau, Sam Mangwana bis hin zu so großartigen Sängerinnen wie M’Pongo Love oder Lucie Eyenga.
Und was kommt da nicht alles an Kuriositäten an den Tag: wilde Gitarren-Soli im Ry-Co (= Rythmo Congolais), schwer lateinamerikanisch infizierter Cha-Cha von Grand Kalle, knuffige Rhythmen mit der Likembe, einem daumenklavierartigen Lamellenteil, portugiesische eingestimmte Fiesta-Bläser, Merengue-Beats, die frappierend an kubanische Altmeister erinnern, ein Ilse „Pfeifton” Werner Konkurrenz-Unternehmen von Tabu Ley, ein garantierter Dancefloor-Füller von Doublé-Doublé, für afrikanische Verhältnisse sehr ungewöhnliche, aber ungemein liebenswürdige Akkordeon-Töne von Canille Feruzi, in sogenanntem „Gossenspanisch” gesungene LoFi-Recordings aus ganz frühen Tagen oder hawaiianisch-gitarristische Fingerfertigkeiten eines Dr. Nico.
Man sieht, die Recherchen zu diesem Doppelalbum waren äußerst ergiebig und verdeutlichen einmal mehr, daß Tanzmusik in den Großstädten wie Kinshasa oder in angrenzenden Nachbarstaaten zu Zeiten der Belle Epoque des Kongo-Rumba ein gut funktionierender Publikumsmagnet war. Immer wieder gewinnt man den Eindruck, daß früher doch mit sehr viel mehr Herzblut musiziert worden ist und daß die westlichen Einflüsse, die heute alles zu vereinheitlichen drohen, noch kaum vorhanden waren. Insofern schwelgt man auch diesmal wieder gerne in alten Zeiten. Den Machern dieser CD sei dank für diese prächtige und farbenfrohe Retrospektive früher afrikanischer Partymusik.

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