Neue Platten

The Holy Ghost - Welcome To Ignore US

Genre: Rock
Label:Clearly Records (Cargo)
CD, VO - 17.10.2005

Ja, ja, wenn New Yorker Rocker mal so richtig hinlangen, dann bleibt kein Auge trocken. Die Rede ist hier nicht von schwergewichtigen Moped-Schlägern, sondern von 4 ganz speziellen Zeitgenossen, die dem Rock ‘n’ Roll frönen, besser gesagt der Post-Punk Schiene, die sich im Melting Pot zwischen Hudson und East River schon immer einer ganz besonderen Beliebtheit erfreut hat. Innerhalb kurzer Zeit haben sich die heiligen Geister von Null auf Hundert gespielt und sind mittlerweile auf einem Niveau angekommen, auf dem sich bereits so gehypte Acts wie die White Stripes, Oneida oder Jon Spencer befinden. Keine schlechte Referenz also.
Ihr drittes Album mit 12 weiteren kracherten Beispielen progressiver Liedkunst ist vollgepackt mit spannenden Donnerbüchsen, die sich in ihrer Spannweite immer wieder wohltuend voneinander unterscheiden. Neben hart zupackenden Knallern wie „Commercial” oder „Shut Up And Play” kann der Vierer auch ganz andere Saiten aufziehen. „Genghis Khan” beispielsweise beeindruckt durch smoothe und für weibliche Fans sicher ziemlich erotische Züge, die mit unterschwelliger Vehemenz gepaart sind, nicht zuletzt dank der anmachenden Stimme von Sänger Christopher Dean Heine. Aber auch Bläser, die für solche Produktionen eher ungewöhnlich sind, werden geschickt in manche Tracks eingeflochten und daran merkt man wieder einmal, daß selbst hart gesottene Rock ‘n’ Roller durchaus in der Lage sind, filigran zu denken. Weiteres Beispiel: „Pyramid”, eine elegante Ballade mit prächtigen Gitarrenwällen, polternden Drums (thank you Angela Webster und schönen Gruß an Meg White) sowie deftiger Bass-Arbeit von Christopher-Bruder Kent. Irgendwie kann man schon verstehen, warum sich die New Yorker Presse so voller Euphorie den Mund fusselig redet. The Holy Ghost haben tatsächlich was Sakrosanktes.

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