Neue Platten

Schneeweiss & Rosenrot - Pool

Genre: PopJazz
Label: Enja (Soulfood)
CD, VÖ: - 26.10.2012

„Pool” beginnt mit einem spielerischen Instrumentaltitel und der steht wie eine Titelmelodie zu einem kulturell hochwertigen TV-Popmagazin im Raum. Dann wird die Szenerie zunehmend jazziger. Feste Piano-Akkorde, Jazzdrums, vertrackte Rhythmik, Wayne-Shorter-Sample, unkonventionelle, kantige Gesangsparts - Schneeweiss und Rosenrot werkeln an einer Baustelle zwischen den Stühlen, zwischen IKEA und Maß-Schreinerei, zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft, zwischen Pop und Jazz. Best of both worlds, also. Anfang 2012 hat die Band aus zwei Damen und zwei Herren mit Standort Berlin den Neuen Deutschen Jazzpreis gewonnen. Im Anschluss daran hat man „Pool” in Angriff genommen. Der Ideenpool wurde umfassend ausgeschöpft und in Albumform gegossen. Für Pop vielleicht zu sperrig und für Jazz vielleicht etwas zu poppig. Mit dazu bei trägt die leicht schräge Vokalarbeit der Schweizerin Lucia Cadotsch, die eine gewisse Extravaganz ins muntere Treiben der Band mit einbringt. Ihr gegenüber steht (besser sitzt) Johanna Borchert am Piano, die dem Tasteninstrument u. a. sehr gefühlvolle Läufe und Tupfer entlockt. Die Rhythmusarbeit verrichten der Luxemburger Marc Mohr an den Drums und der Schwede Frans Petter Eldh an Bass und Synthesizer. Als Gastarbeiter greifen Philipp Gropper am Saxophon und Tom Arthurs an der Trompete mit ins Geschehen ein. „Pool” ist ein, wenn auch zahmer, aber dennoch ganz knuffiger kleiner Musikexperimentier­baukasten. Einzuordnen, wie schon bemerkt, eher die Jazzabteilung, da wo Popper eher selten reinschauen.

www.schneeweissundrosenrot.net