Neue Platten

Rupa & The April Fishes - Build

Genre: RockPopReggae
Label: Electric Gumbo Radio Music (Exil/Indigo)
CD, VÖ: - 02.11.2012

Man weiß mal wieder nicht, ob man frohlocken oder trauern soll. Das neue Album der April Fishes um die amerikanisch-indische Sängerin Rupa ist so was von politisch-idealistisch angelegt, dass man damit jeden Antifa-Wettbewerb gewinnen könnte. Diese Geistes­haltung ist zwar sehr ehrenwert und unter alternativen Künstlern weit verbreitet, aber wer im Ernst - welcher Kriegsfürst oder Bank­manager - hört auf das gesalbte Wort von Indie-Musikern und wird zum reumütigen Büßer und Weltverbesserer? Das einzige, was letztendlich nach Apellen und Glaubensbekenntnissen in den engagierten Texten dieser Songs übrig bleiben wird, ist das Klangerlebnis, an dem sich der Konsument letztendlich festmacht. Und das war und ist bei Rupa and The April Fishes schon immer von hoher Qualität. Frohlocken wir also und erfreuen uns an den tollen Songs, wohlwissend allerdings, dass deren hehre Botschaften mal wieder ungehört verhallen werden.
Rupa’s Band hat neue Zugänge zu verzeichnen. Einen Cellisten und einen Trompeter. Dazu eine Horde von Gastmusikern, deren Instrumentenfuhrpark von armenischer Duduk bis zu brasilianischen Samba-Trommeln reichen. Dazwischen unter anderem Akkordeon, viel Blech, eine Kora und Geigen. Trotzdem geht es stilistisch eher rockig-psychedelisch zu, weniger weltmusikalisch. Fans der ersten beiden Alben (siehe unten) müssen darüber aber nicht unbedingt traurig sein, denn Rupa und ihre Fische sind in vielen Gewässern zuhause und treffen auch diesmal wieder ins Schwarze. Egal ob Reggae, Psycho, Rap, Blues oder leicht entschärfter Punk von „The Clash“ - alles klingt nach gut verträglicher, tanzbarer Rebel-Music. Und das ist dann eben auch das Dilemma dieser CD: Warum sich denn um die Message scheren, wenn der gute Sound liegt so nah.

www.theaprilfishes.com

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