Neue Platten

Mathieu Boogaerts - Michel

Genre: Neo-Chanson
Label:Le Pop Musik (Groove Attack)
CD, VÖ - 17.10.2005

Wollte man dem Artisten Mathieu Boogaerts ans Bein pinkeln, würde man sagen, er sei ein musikalisches Weichei. Wir halten aber nichts von solchen Schweinereien und benennen den Franzosen ganz einfach als einen singenden Wattebausch. Aufgefallen ist er uns ja schon früh, denn bereits bei der ersten Begegnung mit der neuen französischen Welle, auf dem Le Pop-Sampler No. 1, waren wir fasziniert von seinem Lausbuben-Charme, mit dem er den Titel „Ondulé” interpretierte. Und wer es nicht weit hat bis ins Franzosenland, konnte sich sogar noch einen Schwung mehr an Boogaerts-Material beschaffen, denn „Michel” ist bereits sein viertes Album, in Deutschland aber erst sein erstes. Gut Ding will eben Weile haben, aber nun ist es endlich soweit. Schade nur, daß schon nach gut einer starken halben Stunde der letzte Ton verklungen ist. Boogaerts in kompakter Leichtbauweise. 2 bis 3 Minuten reichen ihm scheinbar, kleine Geschichten zu erzählen. Und die packt er mal in minimalistische Chansons, mal in Reggae-Rhythmen, stolpert schon mal etwas ungelenk über sein Schlagzeug, greift wie selbstverständlich ein paar schräge Akkorde auf der Gitarre ab und beschäftigt die Mitarbeiterinnen seiner Plattenfirma als Backgroundchor. So gekonnt amateurhaft manche Einspielungen auch klingen mögen, so warmherzig und melodieverliebt sind sie auf der anderen Seite. Melodieverliebt und wortverliebt. Denn fast noch mehr als auf die Arrangements, legt Boogaerts gesteigerten Wert auf die lautmalerische Seite seiner Songs. Und das funktioniert natürlich mit der französischen Sprache ganz besonders gut. Eleganz, Harmonie, Stil … wenn eine Sprache all das in sich vereint, dann ist es das Französische. Da perlt alles nur so vor sich hin, der in sich gekehrte Schmusepop wirkt auch nach dem zigsten mal nicht unangenehm. Eine Platte für ganz besonders stille Momente.

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