Neue Platten

Peter Lehel - Song of Praise

Genre: Jazz
Label: Finetone Music (CD, VÖ:)
- 01.10.2012

Um schneller auf den Punkt zu kommen, müssen wir mal wieder Wikipedia zitieren:
„Das Hohelied […] ist ein Buch des jüdischen Tanach, wo es zu den fünf Megillot zählt, bzw. des Alten Testaments. Es handelt sich um eine Sammlung von zärtlichen, teilweise explizit erotischen Liebesliedern, in welchen das Suchen und Finden, das Sehnen und gegenseitige Lobpreisen zweier Liebender geschildert wird.”
Der Karlsruher Saxophonist Peter Lehel hat nun versucht, das Hohelied, den Jazz und den klassischen Chorgesang unter einen Hut zu bringen und begibt sich somit auf eine Gratwanderung, die es dem Hörer nicht unbedingt leicht macht. Entweder man ist Jazzfan und tut sich mit dem gemischten Kammerchor schwer oder man schwärmt für Chormusik, dann wird man unter Umständen seine liebe Müh mit den Jazzpassagen haben. Dennoch muß man den Mut bewundern, mit dem sich das Jazzquartet in der Besetzung Saxophon, E-Piano, E-Bass und Schlagzeug in das ungewöhnliche Abenteuer stürzt. Die achtteilige Komposition, die sich auf die englische King James-Übersetzung aus dem 17 Jahrhundert stützt, paraphrasiert in Erzählsträngen und Themeneinheiten das Geben und Nehmen zwischen Liebenden. Daraus kann im Prinzip nur ein zutiefst anspruchsvolles Experi­ment werden, dessen populistischer Unterhaltungswert allerdings ziemlich grenzwertig ist. Strenge Vokal­sätze mit sakralem Charakter stehen lockerer Jazzimprovisation gegenüber, es trifft also E- auf U-Musik. Diejenigen, die damit wohl am meisten etwas anfangen können, sind demnach aufgeweckte Theologen, die für ihre Schäfchen ein ganz besonderes Futter suchen.

www.peterlehel.de

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