Neue Platten

Alexander ’Sandi’ Kuhn - The Ambiguity Of Light

Genre: Jazz
Label: JazznArts
CD, VÖ: - 25.01.2013

„Über die Stipendienvergabe entscheiden Fachjurys. Allein die Begabung und die Qualität der eingereichten Arbeiten sind ausschlaggebend.“
Glück gehabt. Saxophonist Alexander „Sandi“ Kuhn hat das abgegriffen, was für viele Jung-Jazzer ein Traum bleibt: Ein vom Staat finanzierter Bildungsurlaub in New York, dem Mekka der Jazzmusik. Gut, Schwaben sind nun einmal vom Wesen her sehr strebsam und somit war die Entscheidung der Kunststiftung Baden-Württemberg vielleicht nicht die Hammerüberraschung. Hilfreich war sie aber auf alle Fälle. Denn mit konservierter NYC-Luft in den Lungen lässt es sich auch back in Doitschländ famos musizieren. Sieben Kostproben davon stellt Kuhns Album „The Ambiguity Of Light“ zu einem erschwinglichen Unkostenbeitrag der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Göppinger Musikus hat in der bayerischen Landeshauptstadt aufgenommen und er wird dabei von ein paar jungen Kollegen begeleitet, die teils aus unseren Breiten kommen, teils aber auch in NY aufgegabelt wurden. Am Bass zupft Jens Loh, die Drums klopft Axel Pape, das Vibraphon wird von Julius Heise geschlagen, die Gitarre wird vom US-Holländer Syberen van Munster bedient und der Gesang kommt von der US-Koreanerin Song Yi Jeon. Ein illustres und ungewöhnlich aufgestelltes Sextett ist das also und der Sound schmeckt nach „Modern Jazz“. Nicht zu sehr verkopft, dafür ziemlich spielfreudig und unverkrampft angelegt, bieten die fünf Herren eine gut ausgewogene Mischung aus Harmonie und lockerer Improvisation. Für die leicht exotische Gewürzmischung sorgt zudem die Koreanerin, die ihre Stimme mehr als Instrument begreift, denn als Überbringerin von künstlerischen Textbotschaften. Alexander Kuhn hat sich zu recht eine Förderung erblasen. Wer diese CD gehört hat, kann dies bestätigen.

www.alexanderkuhn.com