Neue Platten

Hot Coins - The Damage Is Done

Genre: IndiePop/Club
Label: Sonar Kollektiv (Alive)
CD, VÖ: - 25.01.2013

Wem der eigene Namen zu fade ist, der geht mit einer Latte gepflegter Pseudonyme hausieren und zieht die unterschiedlichsten Visitenkarten aus der Tasche. Der schottische Plattendreher und Produzent Danny Berman hat auf jeden Fall schon mal eine dreifache Identität: Seine bürgerliche und eine doppelte künstlerische. So firmiert er zum einen gerne als „Red Rack’em“, zum anderen als „Hot Coins“. Unter diesem Namen hat er sich mit dem Album „The Damage is Done“ (frei übersetzt: „Da haben wir den Salat“) in die diskotaugliche Soul- und Funk-Ecke begeben und zehn griffige Tracks mit Hilfe seines Laptop gezaubert. Der personelle Aufwand hält sich dabei also in engen Grenzen, meist ist alles in Heimarbeit entstanden und festplattengezimmert. Vor allem die instrumentellen Nummern verlieren sich manches mal in sphärisch-repetitiven Spacetrips, die wenigen Tracks mit Vokalspuren mischen dann wieder etwas Glitzerfarbe den galaktischen Sternenstaub von oldschool’s Gnaden. Im weiteren Verlauf der CD wird man allerdings dann doch den Verdacht nicht los, als würde auf dem Altar des Laptop-Programmings ein wenig zu viel der Kreativität geopftert. Auch wenn Berman fleißig in der Retrokiste wühlt und das alles recht bigbeatsmäßig zusammenmischt – ein bisschen robotermäßig steril kommt es dennoch rüber. Underworld lassen entfernt grüßen. Auch wenn Giles Peterson angeblich einen „weak spot“ für Berman hegt, ein Killer-Album ist „The Damage is Done“ letztendlich nicht, da das Seelenleben etwas zu kurz kommt. Ist also eher guter Funk-Durchschnitt.

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