Neue Platten

White Canvas - Chariad

Genre: Jazz
Label: Ozella Music (Galileo MC)
CD, VÖ: - 25.01.2013

Prädikat „Wertvoll” und genremäßig nur schwer einzuordnen. Das sollte speziell genug klingen, um sich einmal mit dem „White Canvas”-Quartet näher zu beschäftigen. Getragen wird dieser Vierer vor allem durch die Sängerin Ruth Meyer Wiel, die bereits mit Bobby McFerrin und Hermann van Veen musiziert hat. Sie dominiert fast jedes Stück mit ihrer warmen und kraftvollen Stimme, die sie sehr gefühlvoll einsetzt, was oftmals durch den Einsatz einer wortlosen Klangsprache sogar bis hin zu einer leicht esoterisch wirkenden Gangart führen kann. Trotzdem ist diese CD alles andere als angestrengt nebulös, viel mehr ist sie ein gutes Beispiel, wie man viele Genres miteinander kunstvoll verbinden kann. Auszumachen sind u.a. Elemente des Jazz, der Weltmusik, der Elektronik und der Neuen Musik. Dass diese miteinander bestens harmonieren und dabei auch noch so etwas wie eine emotionale Tiefe entwickeln, ist das große Verdienst der vier Musiker. Dabei ist die Instrumentenauswahl eher spartanisch gehalten. Keyboards, Gitarre, Perkussion und diverse Kleinutensilien bis hin zum Spielzeugklavier untermalen bzw. sekundieren die stimmliche Performance. Schön auch, dass man im Booklet von Musikerseite ein paar erklärende Worte zu den Stücken erhält und man auf diese Weise sein ganz persönliches Kopfkino in Gang setzen kann. Im Laufe der 12 Stücke füllt sich die weiße Leinwand binnen gut einer Stunde zu einem ungewöhnlichen, aber auch vielschichtig angelegten Gesamtkunstwerk, an dem man sicher auch längerfristig Spaß haben kann.

www.white-canvas.de