Neue Platten

Tosca - Odeon

Genre: Lounge
Label: !K7 (Alive)
CD, VÖ: - 01.02.2013

Auch wenn das Projekt „Tosca” von Richard Dorfmeister und Rupert Huber nun schon über 15 Jahre existiert, liegen die gefühlten Abnutzungserscheinungen konstant bei Null. Auf ihr mittlerweile sechstes Studioalbum „Odeon” trifft das natürlich auch zu. Auf der unerschütterlichen Basis von Downbeat, Lounge, Klub und Ambient bauen die beiden immer wieder Klangskulpturen auf, die wie Felsen in der Brandung der Popmusik stehen und nebenbei ihrer Heimatstadt Wien stets auf’s neue einen respektvollen Tribut zollen.
Kurz gesagt: „Odeon” ist wieder ein kleines Juwel. Und das gilt auch eingedenk der Tatsache, dass hier neuerdings Vokalspuren im Mittelspunkt stehen und nicht wie noch zu Zeiten von beispielsweise „Suzuki” fein gedrechseltes Instrumental­material. Das gibt es auf „Odeon” zwar auch noch und hört auf so relaxte Namen wie „Zur guten Ambience”, „Soda” oder „Bonjour”.
Insgesamt 7 verschiedene Vokalisten gibt es zu erleben, wobei die Männerquote eindeutig im Übergewicht ist. Gerade mal Sarah Carlier aus Belgien hält die Fahne der holden Weiblichkeit in den Wind und verleiht dem Track „What if” einen souligen Hauch von Singer-Songwriter-Feeling. Der Rest ist Männersache. Rodney Hunter suhlt sich in mysteriös-dunkler Atmo, J.J. Jones croont im Fahrwasser von David Bowie, Chris Eckman (The Walkabouts) klingt im Tosca-Umfeld ganz besonders geheimnisvoll und der brasilianische Senkrecht­starter Lucas Santtana macht einen Ausflug ins tropische Stuttgart. Ganz lokal und innerstädtisch verbandelt geben sich Dorfmeister und Huber mit ihren zwei Stadt-Nachbarn, dem Chefarzt Dr. Stefan Wildner und Roland Neuwirth von den Extremschrammeln, die die reife Dame Tosca zum Schluss noch mit sehr viel Wiener Schmäh zurechtschminken. Wer Richard Dorfmeister’s „Private Collection” kennt, weiß, dass der DJ und Produzent eine geheime Vorliebe für vergangene Pop-Epochen hegt. So enthält auch der Sound von Tosca eine Fülle diesbezüglicher, wenngleich versteckter, Quer­ver­weise, ist aber dennoch voll in der Gegenwart zuhause. Klarer Fall von „volle Punktzahl”.

www.k7.com/toscaodeon

Tosca anno 2006:
Souvenirs