Neue Platten

Folk Tassignon - Dancing On The Rim

Genre: Jazz
Label: NRW Records (NRW-Vertrieb)
CD, VÖ: - 25.01.2013

Es soll eine Mischung sein aus Jazz, Kammermusik und Songwriting. Und: „Crème brûlée muss man auch erst mal probieren, um zu wissen wie es schmeckt.” Die beiden Protagonistinnen dieser CD geizen wahrlich nicht mit geheimnisvollen Andeutungen. Grund genug also, deren Album „Dancing on the Rim” einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
„Folk Tassignon“, so der Bandname, ist nicht irgendeine Unterklassifizierung von Folklore, sondern fasst die beiden Nachnamen der Künstlerinnen zu einem Begriff zusammen. Susanne Folk, Deutsch-Amerikanerin, bedient vor allem Saxophon und Klarinette, die Belgierin Sophie Tassignon lässt dazu ihre Stimme erklingen. Vervoll­ständigt wird das Quartett durch die Bassklarinette von Lothar Ohlmeier und den Kontrabass von Andreas Waelti.
Ergebnis dieser facettenreichen Arbeit ist ein leichtfüßiges Album, bestehend aus elf geschmeidigen Kompositionen, die einerseits die Simplizität eines popähnlichen Songwritings in sich tragen, andererseits aber auch den Tiefgang einer beflügelten Jazzarbeit beherbergen. Die Instrumentenkombination hat den bereits erwähnten Kammermusik-Charakter zur Folge. Passt also.
Sophie Tassignon arbeitet zumeist mit der Kopfstimme und benutzt ausschließlich die englische Sprache und nicht etwa ein wortloses Kunstidiom, was sehr zur Verträglichkeit der Musik beiträgt. In Ergänzung (oder auch Erweiterung) dieser Bemühungen kontrastiert Susanne Folk mit ihren Blasinstrumenten die Vokalistin. Dass über die langen Jahre einer engen Zusammenarbeit daraus ein inniges und fast blindes Vertrauensverhältnis entstanden ist, versteht sich von selbst.
„Der Tanz auf dem Tellerrand” ist also beileibe kein intellektuell verstopftes Kunstprodukt, sondern macht aus ursprünglich simplen Songs beeindruckend komplexe Jazzerzählungen.

www.folktassignon.com