Neue Platten

Rummtskbaa - Groovebrantze

Genre: Perkussion
Label: Artists Own Label (NRW-Vertrieb)
CD, VÖ: - 01.03.2013

Eine Perkussionsband nimmt eine CD auf. Komplettes Album, also knapp 45 Minuten Spielzeit. 16 Titel. So weit, so gut. Assoziationen stellen sich ein: die Kodo-Trommler aus Japan, deren deutsches Pendent Tentekko, die Extrem-Prügler der Tambours du Bronx oder auch nur ganz einfach die vielen brasilianischen Blocos, also jugendliche Straßenbands, die sich zur Vor-Karnevalszeit allnächtlich übend durch ihr Viertel trommeln. Gegen solche Wirbelwindmaschinen, ob international anerkannt oder lokal befeuert, ist das, was die Berliner Perkussionsband „Rummtskbaa” da auf den Weg gebracht hat, erst mal ein müdes Geklöppele. Entstanden ist das siebenköpfige Ensemble um den Berliner Komponisten und Drummer Boris Bell aus einer Erfahrung bei der Baseler Fastnacht, bei der ja bekanntermaßen gern und auch viel getrommelt wird. „Das können wir auch, aber anders” war sein Kommentar und so entstand bereits 1998 „Rummtskbaa”, die nun 15 Jahre später das Album „Groovebrantze” herausgebracht haben.
Für jemand, der auf richtige gute, d.h. vielfach vetrackte, höllisch schnelle und wuchtige Trommelmusik steht, ist diese CD gewissermaßen eine Ernücherung erster Sorte. Vieles klingt unfertig, vieles birgt nicht viel mehr als ein sorgsam zusammengestecktes Mikado, das in seiner Struktur am Ende undurchschaubar und ohne tieferen Sinn ist. OK, ein paar gute „Grooves” sind hin und wieder auszumachen, aber spätestens bei der Coverversion von Bob Marleys „One Love” reißt einem (auch dank einer vermaledeiten Gesangseinlage) der Geduldsfaden und man bricht die Session ab.

www.rummtskbaa.de
www.boris-bell.de