Neue Platten

Levy - Rotten Love

Genre: IndiePop
Label:One Little Indian (Rough Trade)
CD, VÖ - 28.10.2005

Rekordverdächtig. Levy aus New York bleiben mit ihrem Debut-Album unterhalb der 30-Minuten Schallmauer. Für 10 Songs, versteht sich. Macht genau 2:54 pro Nummer. Das nennt man dann kompakt-konzentriert. Mit einfachen Stilmitteln ausgestattet und einer immer wieder gern praktizierten Mannschaftsaufstellung: Sänger, Gitarrist, Schlagzeuger, Bassist. Das klingt nach Allerweltsmucke, ist in diesem speziellen Fall aber eine ganz angenehme. Denn Levy (schicker Name!) widmen sich voll und ganz dem melodiösen Indie-Rock, einer Stilrichtung, die keinem so richtig auf den Senkel geht, andererseits aber auch nicht in der Lage ist, ekstatische Gefühlsausbrüche zu provozieren. Trotzdem: Levy hört man gerne. Nicht nur deswegen, weil Sänger James Levy (!) ein ganz anschmiegsames Stimmchen hat, das weder von schlimmen Besäufnissen, noch von Raucherhusten zeugt, statt dessen von klarer und milder Samtnatur ist. Und das ist wohl auch der Grund, warum der von der Plattenfirma gerne bemühte Vergleich mit Morrissey auch etwas an den Haaren herbeigezogen ist, denn an die markante Stimme des Manchster-Lads kommt einfach nun mal keiner heran. Und doch hört sich der Sound der Band an manchen Stellen fast wie eine gut gemachte Smiths-Replika an. Beste Beispiele „You Be Sweet” (1:28 !!) oder „See Saw” (1:49!!), wo man Matt Siskin an der Gitarre fast mit Johnny Marr verwechseln könnte und überhaupt klingen die New Yorker sehr viel britischer als US-amerikanisch. Die leicht ins Hallige gesetzte E-Klampfe und das melancholische Stimmungsbild von „Rector Street” (3:20) gießt noch etwas mehr Öl auf dieses Déjà-Vu-Feuer und so ist man eigentlich ganz angenehm überrascht von so viel kompetenter Ehrbezeugung an eine großartige Kultband. Und wenn sie den eingeschlagenen Weg konsequent so weiterverfolgen und vor allem James Levy noch ein bißchen mehr an seinen Stimmbändern werkelt, kann es durchaus sein, daß ja doch noch eine kleine Konkurrenzfirma zu den Schmidts entsteht.

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