Neue Platten

Umberto Echo - Elevator Dubs

Genre: Dub / Jazz
Label: 19 records (Enja)
CD, VÖ: - 15.03.2013

Deutsche Produktionen in Dub sind nach wie vor sehr überschaubar und so kommt man natürlich an dem Münchener Phillip Winter aka Umberto Echo nie ganz vorbei. Zumal der Mann einen ausgesprochen intellektuellen Umgang mit diesem sanftmütigen Metier pflegt. Wo seine Kumpels von Dub Spencer and Trance Hill mehr so im verspielten Kindergarten-Style arbeiten, rollt Phillip Umberto das Feld von der eher jazzigen Seite auf. Und so passt auch alles besser zum Label, auf dem Mr. Echo veröffentlicht: die unabhängige Münchener Enja-Schmiede ist seit den 70er Jahren ein trautes Heim für coole Jazzer aller Schattierungen.
Doch nun zu „Elevator Dubs”. Wie bereits angedeutet, begeht man dieses prächtige Album über das Hintertürchen Jazz. Streckenweise wird da ordentlich gejammt, ganz wie im gepflegten Altmeisterclub, ob mit Piano, Saxophon oder Posaune. Aber kaum hat man sich an eine Session gewöhnt, tritt der programmierete Hall auf den Plan, dann pluckert die Gitarre im feinen Offbeat-Takt, die Drums von Jojo Mayer schnattern sachte, die Synthies fiepen, die Bässe grummeln und die Melodika dreht einsame Runden. Auf diese Weise kommen Kompositionen beispielsweise von Ernest Ranglin (Jamaica-Ska-Ikone), Fela Kuti (Afrobeat-Kaiser), Jean-Louis Matinier (französischer Weltmusik-Akkordeonist) oder Stewart Copeland (PoliceMan-Drummer) zu unverhofften Dub-Ehren. Aber auch mit der tropischem Spielweise kennt sich der Münchener aus und arbeitet auf diesem Album mit dem Brasil-Toaster und Perkussionisten Bani Silva zusammen. Und heimlich still und leise mogeln sich sogar noch 50% der Weltmusikjazztruppe Quadro Nuevo mit ins Programm. Mulo Francel (Klarinette) und Evelyn Huber (Harfe) sorgen für einen sanften Ausklang des Albums. Es ist eben die ausgewogene Mischung zwischen Live-Improvisation und ausgeklügelten Dub-Effekten, die diese Tracks so verdammt interessant machen.

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