Neue Platten

Maria Markesini - Cinema Passionata

Genre: Jazz
Label: Sony Classical (Sony)
CD, VÖ: - 15.03.2013

„Can I help you?” – „No, no thank you.” Mit diesen Worten beginnt ein sehr selbstbewußtes Album einer jungen Sängerin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Filmmusiken für sich und ihr Publikum neu zu entdecken. „Cinema Passionata” ist ein „Motion Picture Songbook”, ein „Filmliederbuch” also, das auch als eine Reise in die cineastische Vergangenheit angesehen werden kann.
Maria Markesini stammt von der westgriechischen Insel Kefalonia und das Freiluft­kino war Teil ihrer Jugend. Was aus dieser Zeit gewöhnlich hängen bleibt, sind Melodien und Songs, die man vielleicht vorübergehend aus dem Blickfeld verliert, aber niemals ganz vergisst. Und um diese Augenblicke geht es Markesini. Sie hat aus Schlagern kunstvoll arrangierte Jazzstücke gemacht. Sie hat sich Streifen ausgesucht, die man gemeinhin zwar als „Schinken” bezeichnet, die aber nach Jahr­zehnten zu wertvollen Erinnerungen werden. Da wäre zum Beispiel „Never on Sunday”, ein Griechen­klassiker von 1960, die Shakespeare-Komödie „Der Kaufmann von Venedig” oder das französische Musical „Die Mädchen von Rochefort”. Komponiert wurde u.a. von Henri Mancini, Ennio Morricone oder Stéphane Grappelli.
Da liegt die Vermutung nahe, das geht alles schwer in Richtung Schnulze und olle Pomade, aber - surprise, surprise - das Album hat Charme, Format und Tiefgang. Zuvorderst natürlich dank der brillanten Performance von Frau Markesini, aber auch dank der einfühlsamen und seidigen Arrangements, die von dem Holländer Sebastiaan Koolhoven stammen, der hier nicht nur mit einer ausgezeichneten Jazz-Kombo arbeitet, sondern auch ein ganzes philharmonisches Orchester zum Einsatz bringt. Ein sehr luftiges Album, das sich zudem einer hohen Halbwertzeit erfreuen dürfte.

www.mariamarkesini.com