Neue Platten

Bellcrash - Suzume Park

Genre: ClubJazz / Dance
Label:Sunshine (Soulfood)
CD, DoLP, VÖ - 17.01.2005

Obwohl man dem Genre „ClubJazz” nur noch selten wirklich unterhaltsame Seiten abgewinnen kann, stößt man doch immer wieder auf ein paar wenige Platten, sich wohltuend vom breiigen Einerlei abheben. Mark Bell und Paul McMahon sind auf der grünen Insel Eire zuhause, besser gesagt im toten Winkel dieses schönen Fleckchens Erde, nämlich in Belfast. Das hat sie aber nicht daran gehindert, ein buntes und gänzlich unnordirisches Album aus der Taufe zu heben, das bedenkenlos sowohl als hippes Jazzwerk, als auch als coole Dance-Scheibe durchgehen kann.
Nicht im UK sind sie mit dieser CD untergekommen, sondern bei unseren Nachbarn den Ösis und das trendige Label in Wien heißt bezeichnenderweise Sunshine. Dort ist man ja, wie wir wissen, schon seit längerem bestens vertraut mit progressiver Clubkultur – ich erinnere da nur an die exquisiten „Meierei“-Sampler oder das Projekt „Madrid De Los Austrias”.
Zwar gehört auch das Duo Bellcrash zu der vordergründig bemitleidenswerten Kaste der Nicht-Musiker, haben aber als Musik-Produzenten umso mehr Potential unter der Mütze. Ihre Vorlieben zu Funk, Latin, Jazz und Elektronik haben sie zusammenmit live aufspielenden Musikern in ein 12-teiliges Opus umgesetzt, daß so sprudelig und zappelig daherkommt, wie eine Horde Makaken zur Paarungszeit.
Old-School Gebläse ist nur ein prägendes Element dieser Platte, andere sind leichtfüßige
Latin-Perkussion, stramme Dancefloor-Takte, virtuose Keyboard-Ausritte und diverse Funk-Pakete von ansteckender Discomania und bei qualitätsvollem Sofa-Material, das einer Mischung aus Gotan Project und Nightmares On Wax gleichkommt, läßt es sich zwischendurch genüsslich chillen, bevor die Beats wieder bündig zuschlagen.
Daß daraus kein Mainstream-Müsli wurde, sondern ein trendiges bis zeitloses Powerplay, ist genau der Verdienst dieses Produzenten-Duos, das gut und gerne 18 Monate seiner Lebenszeit dafür geopfert hat. Hat sich gelohnt, würde ich sagen.
Und dieser Meinung war übrigens auch Gilles Peterson. Na denn!

www.sunshine.at