Neue Platten

Le Bang Bang - Headbang

Genre: Jazz
Label: GLM (Soulfood)
CD, VÖ: - 28.03.2013

„Headbang” ist fast genau 52 Minuten lang und zu hören sind lediglich eine weibliche Stimme und ein Bass. Kann das gut gehen? Um es kurz zu machen: die Sache funktioniert hauptsächlich deswegen so gut, weil das Duo Stefanie Boltz und Sven Faller sich bei ihrem Repertoire vor allem auf Fremdkompositionen verlegt haben, die aus bekannten Federn stammen und den meisten Musikinteressierten irgendwann einmal im Ohr hängen geblieben sind. Boltz und Faller, aka Le Bang Bang, haben also einen hilfreichen Kunstgriff angewendet, mit Hilfe dessen sie es um Längen einfacher haben sich kreativ auszutoben, als wenn sie nur auf eigenes Songwriting zurückgreifen würden. Auf der Basis von Pop-Klassikern wie zum Beispiel „Windmills of your Mind”, „Owner of a Lonely Heart“ oder „Junimond” kann man natürlich die eigenen Ideen ganz anders aufbauen, als wenn man sich beim Komponieren auch noch um den Eingängigkeitsfaktor kümmern muss.
Es geht also recht sparsam zu, zumindest was die Zutaten dieser CD angeht. Die geringeren Variationsmöglichkeiten hat hierbei die Sängerin, die versuchen muss, ihre Stimmbänder so zu modulieren, dass nicht ein Track wie der andere klingt. Stefanie Boltz gelingt diese Aufgabe recht gut. Sie wechselt von Vamp zu Lolita, von Sirene zu Diva, sie jauchzt, scattet, säuselt oder röhrt, je nachdem, ob AC/DC, Neil Young, Joni Mitchell oder Radiohead gerade anstehen. Sven Faller fällt die etwas schwierigere Aufgabe zu, ein stimmiges Klangkorsett zu schnüren. Aber auch er tut dies mit großem Einfallsreichtum. Er erweist sich als quirliger Rhythmusgeber, benutzt den hölzernen Bassklangkörper hier und da als Perkussionsinstrument, arbeitet gesampelte Loops seines E-Basses mit ein und benutzt den Hall als raumgreifende Klangerweiterung. Insgesamt 16 Stücke bietet das Album und danach steht fest, dass sich dieses gewagte Unternehmen doch als erstaunlich variationsreich erwiesen hat.

www.lebangbang.de