Neue Platten

Illion - UBU

Genre: IndiePop
Label: Warner Music (Warner)
CD, VÖ: - 29.03.2013

Schon mal was von Yojiro Noda gehört? Oder von den Radwimps? Nein? Macht nix. Ist auch im wahrsten Sinne des Wortes weit hergeholt. Die Radwimps sind eine der am erfolgreichsten agierenden Indiebands Japans und Yojiro Noda deren Gitarrist, Sänger und Frontman. Die Diskografie der Band reicht bis ins Jahr 2004 zurück und nach gut 10 Jahren hat sich Yojiro unter dem Pseudonym „Illion” nun auf eigene Füße gestellt, macht aber im Prinzip auf ähnlichem Niveau weiter, wo er bereits mit seinen drei Kumpels agiert hat.
Und das ist IndiePop einer ganz speziellen Art, vor allem sehr feminin-affin, zuweilen sehr melodiös, aber dann auch wieder sehr schräg und vertrackt. Illion singt japanisch und englisch, hat fast alle Instrumente und Effekte im Alleingang eingespielt, lediglich etwas Gitarre, Cello und Tablas werden von Gastmusikern bedient.
„UBU” steht nicht für Liebe auf den ersten Höreindruck. „UBU” muss man sich erarbeiten. Man muss sich in die fernöstliche Denke des Initiators einfühlen und kann sie dann mit westlichen Popstrukturen nur teilweise erklären. Der Titel „Beehive” erinnert zum Beispiel sehr an King Crimson, als die Mitte der 80er aus Robert Fripp, Adrian Belew, Tony Levin und Bill Bruford bestanden. Das folgende „Dance” ist romantischer Singer/Songwriter-Pop und der Titel „y” ein fast schon kakophonischer Sprechgesang mit wüster Rhythmik. So geht das in einem fort, ein stilistischer roter Faden ist nicht zu erkennen, dafür schwimmt der Endzwanziger mit seiner Knabenchorstimme in einem Ideenpool, der seinesgleichen sucht. Illion hat in seinen jüngeren Tagen viel Radiohead gehört und wer auf „UBU” in dieser Richtung weiterdenkt, hat zumindest einen Schlüssel zu dieser Musik in der Hand.

www.illion-web.com
www.radwimps.jp